Alle Artikel in: Frauenbloggerin

Kolumnen, Biografien, Meinungen

Warum eine Gleichberechtigung der Frau nicht genug ist

Als ich am Wochenende von der Führung durch die Ausstellung „Damenwahl – 100 Jahre Frauenwahlrecht“ twitterte, erhielt ich den Kommentar, dass die Gleichberechtigung heute bis auf das Gehalt doch erreicht sei. Ich sehe das anders und je älter ich werde, umso deutlicher wird es für mich. (Wow, wie altersweise das klingt. So alt komme ich mir eigentlich gar nicht vor.) Da ist z. B. die Erwartungshaltung in Bezug auf Ehe und Familienplanung. Zuerst fragte man mich, wann ich heiraten wolle. Als ich mich dann doch dazu entschied, wurde ich gefragt, warum ich es nicht in weiß und mit rauschendem Fest tue. (Auch dass wir uns zunächst gegen Ringe entschieden, war für einige ein Problem.) Interessanter Weise war einige gleichzeitig enttäuscht, dass ich meinen Nachnamen ablegte. Und jetzt werde ich ständig gefragt, wann ich denn ein Kind plane. Schön, dass ich mit meiner Meinung nicht alleine dastehe: „Auf allen drei Schlachtfeldern, der Körperebene, der Familienplanung und der Sexualität, gilt: Macht euch klar, was ihr wollt. Und was andere gegen eure Freiheit haben könnten. Und dann reißt …

Neulich im Zug: menspreading par excellence

Wenn man wie ich jeden Tag mehr als 2 Stunden mit dem Zug unterwegs ist, erlebt man eine ganze Menge. Zu meinen „Lieblingen“ gehören Mitreisende, die mehr als einen Sitzplatz in Anspruch nehmen und vollkommen ignorieren, dass sie nicht alleine im Zug sitzen. In dieser Woche hatte ich  einen besonders hartnäckigen Fall. Üblicher Weise mache ich mich in solchen Fällen ganz bewusst auch etwas breiter. Die meisten verstehen den nonverbalen Hinweis auch und Schränken sich etwas mehr ein. Bei diesem Beispiel war das aber vergebens. Dieses Exemplar war für subtile Hinweise leider gar nicht empfänglich. Und für große Diskussionen war es mir zu früh. Im Nachhinein ärgere ich mich aber über mich selbst, dass ich die Szene – eigentlich waren es ja sogar zwei – unkommentiert stehen ließ. Mein Erlebnis (eines von vielen dieser Art) An diesem Morgen erwische ich ein Abteil für sechs Personen, in dem bereits 3 Männer sitzen. Genau in der Mitte einer einer der beiden Dreier-Sitzgruppen sitzt ein Typ nicht nur breitbeinig da; er hat die Füße auch soweit im Raum, dass …

Frauen in der Automobilgeschichte

Der Motorsport ist eine heute eine fast rein männliche Domäne. Nur wenige Frauen wie etwa Jutta Kleinschmidt konnten sich erfolgreich am Steuer eines Autos einen Namen machen. Immerhin gehören autofahrende Frauen heute in den meisten Ländern im Alltag zur Normalität. In den Anfängen des Autos jedoch waren sie eine echte Seltenheit. Umso mehr erstaunte es mich daher, als ich entdeckte, dass ausgerechnet Frauen wichtige Meilensteine in der Automobilgeschichte setzten. Auf das Thema aufmerksam wurde ich durch eine Fernseh-Dokumentation, die ich im Sommer mit meinem Mann gesehen habe Heidi Hetzer – mit fast 80 Jahren in einem Oldtimer einmal um die Welt Darin ging es um Heidi Hetzer, die 2015 im Alter von 78 Jahren zu einer Reise um die Welt aufbrach. In einem Hudson Great Eight mit dem Baujahr 1930. Zwei Jahre brauchte sie für dieses Abenteuer. Mich faszinierte diese Frau und ihre Geschichte, die auf mich einen beeindruckend willensstarken, toughen und unabhängigen Eindruck machte. Eine Frau aus Stahl, die mit ihren fast 80 Jahren so manchen ihrer deutlich jüngeren, männlichen Begleiter alt aussehen ließ. …

„Mit Vivienne Westwood an der Nähmaschine. Revolution auf dem Laufsteg“ von Gernot Uhl

Gernot Uhls Biografienblog „Eulengezwitscher“ ist schon seit langem ein von mir gerne und oft besuchter Blog. Wir teilen die Liebe zu außergewöhnlichen Lebensläufe. Daher war ich sofort begeistert, als ich erfuhr, dass mit der „Bibliothek der Wagemutigen“ ein paar von Gernot Uhls Texten nun als E-Book erscheinen. In seiner E-Book-Reihe erzählt Gernot Uhl von Menschen, die Geschichte machten, indem sie ihren inneren Überzeugungen folgten und so nicht selten auch einmal unbequem oder unverstanden waren. Mich faszinieren solche Lebensgeschichten, weil sie dazu inspirieren, weniger auf andere zu schauen. Vor allem außergewöhnliche weibliche Lebensentwürfe finde ich spannend. Daher habe mich als erste E-Book von Gernot Uhls „Bibliothek des Wagemutigen“ die Biografie über Vivienne Westwood vorgenommen. „Mit Vivienne Westwood an der Nähmaschine“ ist eine spannend und flüssig zu lesende Biografie über die Erfinderin des Punk-Looks. Obwohl das E-Book in einem für Biografien typischen eher nüchternen Sachbuchton geschrieben ist, überzeugten mich vor allem Gernot Uhls Beschreibungen der von Vivienne Westwood entworfenen Outfits. Diese sind so präzise und detailliert wiedergegeben, dass ich ein deutliches Bild davon vor Augen hatte, obwohl …

Warum mir der Women`s Run so sehr gefällt…

Nach fünfjähriger Pause habe ich in diesem Jahr wieder am Women`s Run teilgenommen. Am 29. Juli bin ich in Frankfurt beim 8km-Lauf als Joggerin gestartet. Eine persönliche Bestzeit konnte ich an diesem Tag nicht erreichen. Trotzdem hatte ich einen tollen Nachmittag in der Frankfurter Commerzbank-Arena. Das liegt vor allem an der besondere Atmosphäre dieses Frauenlaufs. Warum mir diese Frauenlaufserie so sehr gefällt, habe ich euch einmal in 5 Punkten zusammengefasst: pink Eigentlich lohnt es sich schon alleine wegen des coolen, pinkfarbenen Shirts mit Jahresmotto am Women`s Run teilzunehmen. In diesem Jahr kam es von Odlo und war mit dem Motto „Motivationswunder“ bedruckt. Schon während der Bahnfahrt von Heppenheim nach Frankfurt erkannt man an den Shirts der vergangenen Jahre schnell, wer ebenfalls auf dem Weg zur Commerzbank-Arena war. So kam ich schon bei der Anreise mit anderen Läuferinnen ins Gespräch. so bunt wie das Leben selbst Das Teilnehmerinnenfeld ist sehr breit. Hier mischen sich sämtliche Altersgruppen und Trainingszustände. In diesem Jahr war die älteste Teilnehmerin in Frankfurt 85 Jahre und die jüngste gerade einmal 6 Jahre …

„Die Spionin“ von Paulo Coelho

Paulo Coelho ist ein Autor, von dem ich bis vor kurzem noch nichts gelesen hatte, obwohl ich es mir immer wieder vorgenommen habe. Mit seinem kürzlich erschienenen Roman Die Spionin über das Leben von Mata Hari hat er nun genau meine Lesevorliebe getroffen. Und dank Vorablesen und dem Diogenes Verlag durfte ich das Buch sogar bereits vor dem offiziellen Erscheinungstermin lesen. So begleitete es mich in der letzten Woche nach Hong Kong. Warum ich Die Spionin dann in einem Rutsch durchgelesen habe und so angetan davon bin, verrate ich Euch in diesem Beitrag. Worum geht es? Paulo Coelho verleiht in Die Spionin Mata Hari eine eigene Stimme. In einem (fiktiven) Brief, den sie kurz vor ihrer Hinrichtung aus dem Gefängnis an ihren Anwalt schreibt, lässt er Mata Hari ihr Leben noch einmal revuepassieren: ihre unglückliche Ehe in Niederländisch-Ostindien, ihre Erfolge als exotische Tänzerin und wie es in den Wirren des Ersten Weltkriegs zur Anklage wegen Spionage und als Doppelagentin kam. Wie fand ich … … den Einstieg? In einem Prolog stellt Paulo Coelho dem eigentlichen …

„Dämmerung über Birma. Mein Leben als Shan-Prinzessin“ von Inge Sargent

Dieser Rezension möchte ich eine Warnung vorweg schicken: Auf den Besitz dieser Autobiografie stehen 17 Jahre Gefängnis! Nicht bei uns. Gottseidank! Aber in Myanmar, dem ehemaligen Birma, in dem diese Autobiografie spielt. Es ist die wahre Geschichte einer jungen Österreicherin, die sich in den herrschenden Shan-Prinzen von Birma verliebt und mit ihm in dessen Heimat ein vollkommen neues Leben beginnt. Frei von jedem zu erwartenden Cinderella-Kitsch erzählt Inge Sargent ein Stück birmesische Geschichte. Worum geht es? Anfang der 50er Jahre verliebt sich die junge Österreicherin Inge Sargent, während ihres Studiums in den USA, in den angehenden birmesischen Bergbauingenieur Sao Kya Seng. Das Paar heiratet und zieht 1953 nach Birma. Erst dort erfährt Inga, dass ihr Ehemann Prinz eins birmesischen Bergstaats und Oberhaupt der Shan ist. Vollkommen unvorbereitet ist sie plötzlich Teil der fürstlichen Familie mit Repräsentationspflichten in einem Land, dessen Kultur und Gebräuche ihr gänzlich fremd sind. Aber so richtig schwierig wird es für Inge erst, als ihr Mann während eines Militärputschs 1962 verschleppt wird, und sie mir ihren beiden Töchtern in einer politisch höchst …

„AußerOrdentliche Frauen“ von Dieter Wunderlich

Als ich für meinen neuen Blogschwerpunkt nach Büchern über starke Frauen zu recherchieren begann, stieß ich schnell auf den Biograf Dieter Wunderlich. Seit 1999 trägt er in Büchern wie „EigenSinnige Frauen“, „WageMutige Frauen“ und „Unerschrockene Frauen“ spannende weibliche Lebensläufe zusammen, die sowohl Frauen als auch Männern als Vorbilder dienen können. „Genau das richtige für meinen Blog“, entschied ich. Leider konnte mich „AußerOrdentliche Frauen“ nicht ganz überzeugen. Worum geht es? In achtzehn kurzen Porträts beschreibt Dieter Wunderlich die Lebensläufe von auf den ersten Blick sehr unterschiedlichen Frauen: Mätresse Lola Montez, Tänzerin Mata Hari, Autorin Tania Blixen, Schauspielerin Marilyn Monroe und Politikerin Rosa Luxemburg sind nur einige davon. Sie alle haben jedoch eines gemeinsam: sie setzten sich über bestehenden Konventionen und Regeln ihrer Zeit hinweg und beschritten eigene Wege. Wie fand ich… …die Auswahl der porträtierten Frauen? Dieter Wunderlich trägt in „AußerOrdentliche Frauen“ ein breites Spektrum weiblicher Lebensentwürfe zusammen. Angefangen bei königlichen Mätressen über Künstlerinnen, Sängerinnen und Schauspielerinnen bis hin zu Politikerinnen und Widerstandskämpferinnen bietet dieses Buch eine sehr reizvolle Mischung der verschiedensten Frauenbiografien. Einige davon wie …