Alle Artikel in: Meinung

#keinAnhängsel – (k)ein eigener Titel für die Partner*innen der Bundespräsident*innen

Anlässlich der Wahl des 70. Jahrestags der Wahl des ersten Bundespräsidenten forderte der Deutsche Frauenrat gestern, einen „zeitgemäßen Titel für die (Ehe-) Frau des Bundespräsidenten“ einzuführen. In den Sozialen Medien rief er dazu auf, unter dem Hashtag #keinAnhängsel Vorschläge zu machen, wie ein solcher Titel lauten könnte. Dass die Ehefrau des Bundespräsidenten bei öffentlichen Auftritten schlicht als solche bezeichnet wird, sei überholt und werde der wichtigen gesellschaftlichen Rolle, die diese Frauen ausüben, nicht gerecht, heißt es in dem Aufruf. Es bedürfe daher eines eigenen Titels, der sie als unabhängige Person darstelle. Als mir der Hashtag #keinAnhängsel zum ersten Mal über den Weg lief, habe ich mich sehr gefreut. Schon seit meiner Heirat vor zwei Jahren ärgere ich mich darüber, dass ich seitdem in behördlichen Formularen nur noch „Ehepartnerin von“ bin. Beispielsweise ärgere ich mich jedes Jahr aufs Neue, dass ich als Hauptverdienerin in der Steuererklärung beispielsweise nur als „Ehepartnerin einer steuerpflichtigen Person“ rangiere. Dass ich als Ehefrau selbst auch steuerpflichtig, also erwerbstätig sein könnte, ist nicht vorgesehen. Dass Ehe-/ Lebenspartner*innen (oder wie auch immer man …

Brauchen wir wirklich eine gendergerechte Sprache?

Die einen würden sie am liebsten abschaffen. Die anderen sähen sie gerne im Duden. Gendergerechte Sprache polarisiert nicht nur; sie ist längst zum ideologischen Thema geworden. Der Verein Deutsche Sprache etwa sorgt sich „um die zunehmenden, durch das Bestreben nach mehr Geschlechtergerechtigkeit motivierten zerstörerischen Eingriffe in die deutsche Sprache“. Er fordert „Schluss mit dem Gender-Unfug!“ und ruft zum „Widerstand“ auf. Mehr als 71.000 Unterschriften hat der Verein bereits gesammelt. Unter den ersten 100 befinden sich immerhin 23 Frauen, u.a. auch namenhafte Autorinnen wie Angelika Klüssendorf und Judith Hermann. Die Argumente sind dabei nicht neu und durchaus zutreffend. So besteht in der deutschen Sprache tatsächlich kein fester Zusammenhang zwischen dem grammatikalischen und dem natürlichen Geschlecht. Und ob die neuen Wortschöpfung nun das eigene sprachliche Ästhetikempfinden stören, muss jede selbst für sich entscheiden. Aber stimmt es wirklich, dass eine gendergerechte Sprache nicht dazu beiträgt, Frauen zu mehr Rechten zu verhelfen? Johanna Usinger und Philipp Müller, die Betreiber der Internetseite „Geschickt Gendern“ sehen das anders. Ihrer Meinung nach beeinflusst Sprache auch das Denken. Daher reiche es nicht aus, Frauen …

Brauchen wir den Frauentag wirklich als gesetzlichen Feiertag?

Der heutige Weltfrauentag ist etwas besonders. Zum allerersten Mal ist er auch in einem deutschen Bundesland – nämlich Berlin – gesetzlicher Feiertag. Und das ausgerechnet in dem Jahr, in dem wir in Deutschland 100 Jahre Frauenwahlrecht feiern. Endlich am Ziel! Also herrscht künftig am 8. März allgemeine Partystimmung und es regnet rote Rosen für alle Frauen?! Schon gegen die Tradition, Frauen am 8. März eine Rose (alternativ auch eine Nelke) zu schenken, habe ich eine regelrechte Allergie entwickelt. Auf mich wirkt diese Geste überhaupt nicht respektvoll, wie sie wohl eigentlich gemeint ist,  sondern beschwichtigend, fast schon herablassend. Ich kann mir einfach nicht helfen. Mir kommt dabei immer ein Kind in den Sinn, dem man einen Keks in die Hand drückt, damit sich „die Großen“ noch etwas weiter ungestört unterhalten können. Die Einführung eines gesetzlichen Feiertags potenziert diese Wirkung um ein Vielfaches. Dabei war das ursprüngliche Ziel des Frauentags ein ganz anderes. Es sollte ein Tag sein, an dem Frauen laut sind, auf die Straße gehen und für ihre Rechte kämpfen. Ein Frauenkampftag. Als solcher wurde …

Warum eine Gleichberechtigung der Frau nicht genug ist

Als ich am Wochenende von der Führung durch die Ausstellung „Damenwahl – 100 Jahre Frauenwahlrecht“ twitterte, erhielt ich den Kommentar, dass die Gleichberechtigung heute bis auf das Gehalt doch erreicht sei. Ich sehe das anders und je älter ich werde, umso deutlicher wird es für mich. (Wow, wie altersweise das klingt. So alt komme ich mir eigentlich gar nicht vor.) Da ist z. B. die Erwartungshaltung in Bezug auf Ehe und Familienplanung. Zuerst fragte man mich, wann ich heiraten wolle. Als ich mich dann doch dazu entschied, wurde ich gefragt, warum ich es nicht in weiß und mit rauschendem Fest tue. (Auch dass wir uns zunächst gegen Ringe entschieden, war für einige ein Problem.) Interessanter Weise war einige gleichzeitig enttäuscht, dass ich meinen Nachnamen ablegte. Und jetzt werde ich ständig gefragt, wann ich denn ein Kind plane. Schön, dass ich mit meiner Meinung nicht alleine dastehe: „Auf allen drei Schlachtfeldern, der Körperebene, der Familienplanung und der Sexualität, gilt: Macht euch klar, was ihr wollt. Und was andere gegen eure Freiheit haben könnten. Und dann reißt …

Warum mir der Women`s Run so sehr gefällt…

Nach fünfjähriger Pause habe ich in diesem Jahr wieder am Women`s Run teilgenommen. Am 29. Juli bin ich in Frankfurt beim 8km-Lauf als Joggerin gestartet. Eine persönliche Bestzeit konnte ich an diesem Tag nicht erreichen. Trotzdem hatte ich einen tollen Nachmittag in der Frankfurter Commerzbank-Arena. Das liegt vor allem an der besondere Atmosphäre dieses Frauenlaufs. Warum mir diese Frauenlaufserie so sehr gefällt, habe ich euch einmal in 5 Punkten zusammengefasst: pink Eigentlich lohnt es sich schon alleine wegen des coolen, pinkfarbenen Shirts mit Jahresmotto am Women`s Run teilzunehmen. In diesem Jahr kam es von Odlo und war mit dem Motto „Motivationswunder“ bedruckt. Schon während der Bahnfahrt von Heppenheim nach Frankfurt erkannt man an den Shirts der vergangenen Jahre schnell, wer ebenfalls auf dem Weg zur Commerzbank-Arena war. So kam ich schon bei der Anreise mit anderen Läuferinnen ins Gespräch. so bunt wie das Leben selbst Das Teilnehmerinnenfeld ist sehr breit. Hier mischen sich sämtliche Altersgruppen und Trainingszustände. In diesem Jahr war die älteste Teilnehmerin in Frankfurt 85 Jahre und die jüngste gerade einmal 6 Jahre …