Alle Artikel in: Kolumne

Frag mich nicht. Ich bin bloß ein Mädchen.

Neulich erhielt ich eine an sich recht harmlose E-Mail von einem Bekannten, der von einem Treffen der „Mädels des Frauenarbeitskreises“ schrieb. Zunächst war ich über diese Formulierung nur irritiert, dann aber schnell wütend. Dazu muss man wissen, dass es sich bei diesen „Mädels“ nicht um eine Jugendgruppe handelt. Der Altersdurchschnitt liegt deutlich über 50. Die „Mädels des Frauenarbeitskreises“ sind fast ausschließlich Frauen mit einer Menge politischer und ehrenamticher Erfahrung. Erwachsene, gebildete Frauen mit einer klaren eigenen Meinung, für die sie sich auch erfolgreich einsetzen. Der Arbeitskreis ist weder eine Strickrunde noch ein Rezeptetauschzirkel. Er hat z.B. maßgeblich zur Gründung des Frauenhauses beigetragen, für dessen Ausbau und Erhalt er sich bis heute einsetzt. Auch die Schaffung einer städtischen Stelle für eine Frauenbeauftragte geht mit auf das Konto des Arbeitskreises. Und auch in zahlreichen anderen Bereichen setzen sich diese „Mädels“ für eine bessere (städtische) Frauen- und Familienpolitik ein. Trotzdem wird der Frauenarbeitskreis von Männern gutmütig belächelt wie eine Gruppe von Kindern, die Erwachsensein spielen. „Mädels“ braucht man nicht wirklich ernst zu nehmen. „Mädchen“ sind niedlich, brav – …

Neulich im Zug: menspreading par excellence

Wenn man wie ich jeden Tag mehr als 2 Stunden mit dem Zug unterwegs ist, erlebt man eine ganze Menge. Zu meinen „Lieblingen“ gehören Mitreisende, die mehr als einen Sitzplatz in Anspruch nehmen und vollkommen ignorieren, dass sie nicht alleine im Zug sitzen. In dieser Woche hatte ich  einen besonders hartnäckigen Fall. Üblicher Weise mache ich mich in solchen Fällen ganz bewusst auch etwas breiter. Die meisten verstehen den nonverbalen Hinweis auch und Schränken sich etwas mehr ein. Bei diesem Beispiel war das aber vergebens. Dieses Exemplar war für subtile Hinweise leider gar nicht empfänglich. Und für große Diskussionen war es mir zu früh. Im Nachhinein ärgere ich mich aber über mich selbst, dass ich die Szene – eigentlich waren es ja sogar zwei – unkommentiert stehen ließ. Mein Erlebnis (eines von vielen dieser Art) An diesem Morgen erwische ich ein Abteil für sechs Personen, in dem bereits 3 Männer sitzen. Genau in der Mitte einer einer der beiden Dreier-Sitzgruppen sitzt ein Typ nicht nur breitbeinig da; er hat die Füße auch soweit im Raum, dass …