Frauenbloggerin
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Ankündigung: „Frauenleserin“ wird noch weiblicher

Ich habe mich entschieden, hier ab sofort im generischen Femininum zu schreiben. Es soll eine Art Experiment werden. Wie schwer wird es mir fallen? Wie wird es bei meinen Leserinnen ankommen? Wie lesbar sind die Texte?

Im Grunde liegt es ja nahe, hier ausschließlich die weibliche Form zu benutzen. Immerhin ist es ein Blog, der sich mit Büchern von Frauen beschäftigt. Nicht nur das Lesen an sich sondern auch die Buchblogosphäre ist weiblich. Und schließlich habe ich mich aufs Frauenlesen „spezialisiert“. Warum also sollte ich hier in männlicher Form schreiben und Frauen einfach nur gedacht einschließen, wo ich doch (überwiegend) für Frauen über Frauen schreibe?

Ist das sexistisch? – Ja, ist es! Aber wisst ihr was? Das ist mir reichlich egal. Das generische Maskulinum ist schließlich genauso sexistisch. Der einzige Unterschied besteht darin, dass wir es schon so lange verwenden, dass es vollkommen normal erscheint. Davon wird es aber nicht weniger diskriminierend.

In meinem Beitrag „Brauchen wir wirklich eine gendergerechte Sprache?“ habe ich bereits darüber geschrieben, welche Probleme ich im generischen Maskulinum sehe. Natürlich gilt das im Grunde genommen auch für das generische Femininum. Aber eben nur theoretisch. Selbst wenn wir uns heute darüber allgemein verständigen würden, künftig überall nur noch das generische Femininum zu verwenden, würde es vermutlich Jahre dauern, bis sich ein Gewöhnungseffekt einstellt. Und bis hierdurch tatsächlich stereotypische Denkmuster aufgebrochen werden, würde es – sofern es denn überhaupt gelänge – vermutlich Generationen brauchen.

Außerdem ist es ja tatsächlich so, dass in der weiblichen Form auch immer die männliche steckt. In aller Regel hängt man schließlich nur die Endung -in bzw. -innen an. Wieso sollte ich sie also noch einmal ausdrücklich erwähnen, wo sie doch sowieso schon in der weiblichen Form eines Wortes stecken?

Also: Nachdem es hier schon bisher nur Autorinnen, wird es künftig auch nur noch Leserinnen, Protagonistinnen, Erzählerinnen, Übersetzerinnen u.ä. geben. Ich bin gespannt, wie das so wird – sowohl beim Schreiben als auch beim Lesen.

Lasst mich gerne mal Euren Eindruck dazu unter einem meiner nächsten Beiträge wissen.

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