Alle Artikel in: Lesung

„Otto“ von Dana von Suffrin

Als Dana von Suffrin ihre Doktorarbeit fertig geschrieben hatte, hatte sie Angst in ein Loch zu fallen. Nichts mit der ganzen Zeit, die sie in den letzten Monaten und Jahren damit verbracht hatte, anfangen zu können. Daher entschied sie, einfach weiter zuschreiben und meldete sich zu einem Autorenworkshop an. So erklärt Dana von Suffrin, wie es zur Entstehung ihres Debütromans „Otto“ kam. Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse lud der Kiepenheuer & Witsch Verlag, in dem das Buch erschienen ist, zum Bloggerfrühstück mit ihr ein. Unterhaltsamer und humorvoller wurde mir ein Buch über die Deportation der Juden während des Dritten Reichs und den Abschied vom sterbenden Vater noch nicht vorgestellt. Diese ungewöhnliche Mischung entspricht Dana von Suffrins Sicht auf das Leben. „Ich finde einfach alles lustig, dann geht es einfacher.“ sagt sie. Ihren Roman „Otto“ bezeichnet sie als „Anti-Familienroman“. Zwar ginge es um die Themen eines jeden klassischen Familienromans. Sie habe jedoch versucht, einen kritischen Blick auf das Konzept „Familie“ zu werfen. (Biologische) Familien seien zwar nach außen harmonisch, im Grunde aber hoch dysfunktional. Trotzdem könne …

Andrea Sawatzki und Christian Berkel lesen „Eine Weihnachtsgeschichte“ von Charles Dickens

Für mich gehört es ebenso zur Adventszeit wie Plätzchen, Kerzen und Glühwein: „Ein Weihnachtslied in Prosa – zugleich eine Christnacht-Geistergeschichte“ von Charles Dickens. Diese Geschichte lese ich jedes Jahr im Advent. Und natürlich kenne ich die diversen Verfilmungen. In diesem Jahr habe ich mich für eine Lesung von Andrea Sawatzki und Christian Berkel entschieden. Katholische Kirche St. Peter in festlich-gemütlichem Ambiente Am vergangenen Sonntag las das Schauspielerehepaar in der katholischen Kirche St. Peter in Heppenheim meine liebste Weihnachtsgeschichte. Obwohl der Termin schon seit fast einem Jahr feststand, habe ich erst relativ kurzfristig davon erfahren. Daher war ich auch eine der wenigen, die sich ohne Karte in die bereits vor dem offiziellen Einlass erschreckend lange Schlange einreihten. Aber ich wurde tatsächlich belohnt: An der Abendkasse gab es noch letzte Karten. Der Altarraum war mit einer aufwändigen Lichtinstallation modern und doch festlich in Szene gesetzt. Im Laufe des Abends wurden die Beleuchtungsszenen an den jeweiligen Vortrag angepasst und untermalten so nicht nur die Lesung sondern auch die musikalischen Intermezzi der verschiedenen Chöre. Vor dem Altar waren zwei …

Weltempfänger-Salon: Lola Shoneyin liest aus „Die geheimen Leben der Frauen des Baba Segi“

Auf die Lesung von Lola Shoneyin im Weltempfänger-Salon in der letzten Woche hatte ich mich schon lange gefreut. Ihr Debütroman „Die geheimen Leben der Frauen des Baba Segi“ ist für mich zu einem echten Geheimtipp geworden, den ich schon mehrfach empfohlen habe (zuletzt >>hier<<). Da wollte ich natürlich nicht auf die Gelegenheit verzichten, die Autorin hinter diesem ebenso klugen wie humorvollen Buch kennenzulernen. Meine Erwartungen waren entsprechend groß; aber Lola Shoneyin übertraf sie dennoch. Viele waren der Einladung des Litprom Vereins ins Haus des Buches nach Frankfurt gefolgt. Es mussten sogar noch weitere Stühle aufgestellt werden, um allen einen Sitzplatz anbieten zu können. Wirklich überrascht war man von den guten Besucherzahlen jedoch nicht, wie mir eine Mitarbeiter der Büchergilde, die an diesem Abend wieder einen Büchertisch aufgebaut hatten, erklärte. Schließlich war nicht nur mit Ilija Trojanow ein beliebter Moderator gefunden worden; auch Shoneyins Roman „Die geheimen Leben der Frauen des Baba Segi“ gelangte dank eines ersten Platzes auf der Weltempfänger Bestenlisten Nr. 25 (aktuelle Liste ist Nr. 27), der Nominierung für den LiBeraturpreis 2015 sowie …