Blogparade zum Jahresende Frauenzählerin

mein Lesejahr 2019

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Das Jahr ist schon wieder fast zwei Wochen alt, mein Aufruf zur Blogparade zum Jahresende 2019 sogar schon drei. Es sind schon einige Beiträge mit interessanten Buchtips entstanden. Und endlich habe auch ich die Muse, mein Lesejahr 2019 zu resümieren.

Wie hoch ist Deine „Frauenquote“? Wieviele Bücher hast Du in diesem Jahr gelesen und/oder rezensiert? Wieviele davon wurden von Autorinnen verfasst?

Ich habe in 2019 insgesamt 50 Bücher gelesen bzw. gehört. Dabei sind 15 Rezensionen entstanden, natürlich ausschließlich zu Büchern zu Autorinnen. Insgesamt waren 33 der von mir gelesen Bücher von Autorinnen. Das macht eine Frauenquote von 66%. Gegenüber 2018 ist das eine Steigerung um 11%. Ich bin zufrieden.

Welches Buch einer Autorin ist Dein Lesehighlight in 2019? (Warum?)

 

Definitiv ein Lesehighlight und ein unerwartetes noch dazu war „GRM. Brainfuck“ von Sibylle Berg. Fast hätte ich es gar nicht gelesen und die Resonanzen fielen ja auch sehr ambivalent auf. Ich war und bin aber begeistert. Auch wenn die Geschichte an sich nichts zugegebenermaßen nichts besonderes ist, ist mir im Hinblick auf das Setting und die Sprache bisher noch nichts vergleichbares untergekommen. Sibylle Berg greift so viele verschiedene aktuelle politische und gesellschaftliche Strömung auf, dass es man immer wieder auf neue Aspekte stößt.

Neben dieser Vielschichtigkeit hat mir vor allem die Kapiteleinteilung oder besser gesagt deren Fehlen gefallen. „GRM.Brainfuck“ ist aus unterschiedlichen Perspektiven geschrieben. Die Wechsel von Perspektive und Handlungsstrang sind dabei sehr rasant und finden zum Teil innerhalb eines Satzes statt. Auch die Interpunktion und das Satzformat sind eigenwillig. Mitten in Sätzen setzt Sibylle Berg Punkte oder beginnt eine neue Zeile. Diese befremdlichen Satzgebilde lassen sich hierdurch auf mehrfache Weise verstehen. Meine Rezension gibt es >>hier<<.

Welche Autorin hast Du in 2019 für Dich entdeckt und was macht Sie für Dich so besonders?

Zwar nicht gänzlich neu aber von einer ganz neuen Seite habe ich Ende des Jahres durch ihren Tagebuchroman „Hannes“ Rita Falk kennengelernt. Davor kannte ich nur ihre Lokalkrimireihe um Kommissar Eberhofer. Sowohl die Hörbücher als auch die Filme machen Spaß und sind einfach gute Unterhaltung. Dass Rita Falk aber auch ernste Themen wie den Tod auf so einfühlsame Weise wie in „Hannes“ behandeln kann, hätte ich nicht vermutet. Und dass ihr dabei auch noch der Kunstgriff gelingt, der Geschichte trotz aller Tragik eine gewisse Leichtigkeit zu verleihen, hat mich wirklich überrascht.

Welche  weibliche Lebensgeschichte bzw. Biografie hat Dich besonders beeindruckt (und warum?)

In 2019 konnte ich gleich ein ebenso beeindruckende wie unterschiedliche weibliche Lebensgeschichten entdecken. Besonderen Eindruck machten dabei vor allem Elisabeth Selbert und Jeannette Walls auf mich.

Elisabeth Selbert ist eine der nur vier Frauen, die an der Formulierung des Grundgesetzes beteiligt waren. Ihr ist es zu verdanken, dass die Gleichberechtigung von Mann und Frau zum Grundrecht wurde. Ihr Weg bis dahin ist mehr als beeindruckend. Und es war ein besonderes Erlebnis, ihn von Selberts Enkelin erzählt zu bekommen.

Auf ganz andere Weise hat mich Jeannette Walls bewegt, die in „Schloss aus Glas“ ihre eigene höchst ungewöhnliche Kindheit beschreibt. Schon den Film habe ich sehr geliebt (und ich heule dabei jedesmal wie ein Schlosshund). Und auch das Buch ist nicht minder bewegend. Es ist mir noch nie so schwer gefallen, meine Begeisterung in Worte zu fassen wie der Rezensionen dieses Buchs.
Gerade habe ich übrigens „Ein ungezähmtes Leben“ gehört, in dem Jeannette Walls über ihre Großmutter schreibt, die Cowgirl mit Revolver, Rancherin, Lehrerin, Fliegerin und so einiges mehr war. Auch das kann ich nur empfehlen.

Welches Buch einer Autorin möchtest Du in 2020 unbedingt lesen?

Auch für 2020 stehen natürlich schon einige Bücher von Autorinnen auf meiner Leseliste. Besonders freue ich mich aber auf die Neuübersetzung von „Gone with wind“ von Margret Mitchell. Die bisherigen Rezensionen fallen ja sehr unterschiedlich aus. Die einen sind begeistert, dass die neue Übersetzung, Mitchell berichtsartigen Erzählstil besser hervor hebt und der Geschichte so den romantischen Anstrich nimmt, den die alte Version ihr verpasste. Die anderen sind genau deswegen enttäuscht. Ich kenne bisher weder den Film noch das Buch, so dass ich keine Vergleiche im Kopf ziehen kann. Das dürfte die Sache etwas erleichtern. Bisher habe ich „Vom Wind(e) verweht“ auch immer eher in die „Schmachtfetzen“-Ecke gestellt und deswegen nicht gelesen. Daher reizt mich die neue Übersetzung, in der angeblich der Antikriegsaspekt besser zum Ausdruck kommen soll, sehr.

Wie war dein Lesejahr 2019? Noch bis zum 23.01. kannst du an meiner Blogparade teilnehmen.

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