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„Marathon Woman“ von Kathrine Switzer

In dieser Woche stelle ich einen Liebling vor, der zwei Themen, die mir besonders am Herzen liegen, mit einander verbindet: das Laufen und die Gleichberechtigung der Frauen. Es ist die Autobiografie von Kathrine Switzer, die als erste Frau den all male Boston Marathon lief und sich später dafür einsetzte, dass der Marathon der Frauen olympische Disziplin wurde. Ihre Geschichte ist höchst beeindruckend.

IMG_0022 Klappentext:

In 1967, Kathrine Switzer was the first woman to officially run what was then the all male Boston Marathon, infuriating one of the event’s directors who attempted to violently eject her. In what would become an iconic sports image, Switzer escaped and finished the race. This was a watershed moment for the sport, as well as a significant event in women’s history. Including updates from the 2008 Summer Olympics, the paperback edition of Marathon Woman details the life of an incredible, pioneering athlete, and the lasting effect she’s had on women’s sports. Switzer’s energy and drive permeate the pages of this warm, witty memoir as she describes everything from the childhood events that inspired her to succeed to her big win in the 1974 New York City Marathon, and beyond.

Was macht das Buch zu meinem Liebling?

Seit ich vor etwa 4 Jahren mit dem Joggen anfing, interessiere ich mich auch für Bücher, die sich mit diesem Thema beschäftigen.  „Marathon Woman“ ist deshalb so toll, weil es eben nicht nur ein Buch über das Laufen ist. Es ist gleichzeitig ein Buch über den Kampf der Frauen um Gleichberechtigung und Selbstbestimmung in den 60er und 70er Jahren und die Autobiografie einer weiblichen Sportikone, die hier in Deutschland leider viel zu wenig bekannt ist. Auch ich kannte sie nicht, bis ich auf dieses Buch stieß.

Das Buch ist ein Stück Sportgeschichte. Gleichzeitig zeichnet es ein Bild der Gesellschaft zu dieser Zeit.
Ich konnte kaum glauben, dass man noch Anfang der 60er Jahre für eine Frau als gefährlich galt, zu durchtrainiert zu sein. Dies könne zu Unfruchtbarkeit führen, glaubte man. Daher gab es auch noch bis in die 70er Jahre hinein kaum sportliche Wettbewerbe für Frauen. Ich finde, das sagt einen Menge über den damaligen Zeitgeist aus.

Umso erstaunlicher ist daher die sportliche Leistung von Kathrine Switzer:
Sie lief ihren ersten Marathon 1967. Ohne offizielle Startnummer. Heimlich. (Sie startete aus einem Gebüsch nahe des Startpunkts.) Dem Veranstalter, der sie aufhalten wollte, entkam sie. Switzer hielt durch. Entgegen allen medizinischen Annahmen dieser Zeit.
Nicht einmal 10 Jahre später gewinnt sie den New York-Marathon.
Sie macht den Marathonlauf für Frauen olympisch und arbeitet noch heute als Sportmoderatorin und -kommentatorin.

Das ist das schön an diesem Buch. Es erzählt ein Stück Geschichte. Des Sports. Der Frauen. Unserer Gesellschaft.

Was ich sonst noch zu diesem Buch sagen möchte:

2011 erschien das Buch erstmals in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Marathon Woman: Die Frau, die den Laufsport revolutionierte“ im spomedis-Verlag. Hier kann man es im spomedis-shop bestellen.

3 Kommentare

  1. Pingback: Monatsrückblick #3: Oktober 2014 | KerstinScheuersBlog

  2. Cool, dass dich dieses Buch so beeindruckt hast! Kathrine ist eine unglaubliche Frauen – beeindruckend und inspirierend. Läufst du nach wie vor? Solltest du Lust haben, Kathrine persönlich kennenzulernen, hast du am 7. & 8. März in Palma de Mallorca die Möglichkeit… denn am 8.3. findet dort der 261 Women’s Marathon & 10K in Palma statt und Kathrine wird wieder jede einzelne Teilnehmerin mit offenen Armen im Ziel begrüßen 🙂 Mehr Infos dazu unter http://www.261wm.com
    Würde mich sehr freuen, wenn wir uns dort sehen würden!
    Viel Spaß bei deinen Lese- und Laufabenteuern!
    Herzlichst – Running Uschi

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