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Der Abschluss

1. Frauenleserin Blogparade zum Jahresende

Als ich zur 1. Frauenleserin Blogparade zum Jahresende aufrief, hatte ich Angst, dass niemand teilnehmen würde. Immerhin war der Blog erst vor Kurzem wieder online gegangen. Und das auch noch mit einem neuen Konzept. Umso mehr hat es mich dann umgehauen, dass fast 30 Blogs daran teilnahmen. (Ja, seid ihr denn wahnsinnig?!) Das ist auch der Grund, weshalb dieser Abschluss-Beitrag dann doch etwas auf sich warten ließ.

Ursprünglich hatte ich vor, auf jeden Beitrag kurz einzugehen. Aber das hat sich leider als nur schwer umsetzbar herausgestellt. Ich hoffe daher, ihr seht es mir nach, dass ich hier nur auf einige Beiträge eingehen werde. Ich habe jede*n besucht und einen Kommentar hinterlassen (wo dies möglich war). Am Ende findet ihr eine vollständige Link-Liste mit allen teilnehmenden Blogs.

Spielt das Geschlecht wirklich eine Rolle?

Gleichermaßen überrascht und gefreut hat mich, dass sich sogar eine kleine Diskussion darüber entwickelte, ob das Geschlecht der schreibenden Person bei der Auswahl der Lektüre tatsächlich eine Rolle spielt. DasTenna bezweifelt dies sehr. Wichtigstes Kriterium für die Bücherwahl sei der Inhalt. Dieser müssen den Leser bzw. die Leserin ansprechen. Hinzu kämen Aufbau und Stil des Buchs.

Das will ich auch gar nicht bezweifeln. Natürlich hat jede*r bestimmte Vorlieben hinsichtlich Inhalt, Genre und Stil. Trotzdem – oder vielmehr: Gerade deswegen – halte ich es aber nicht für einen Zufall, dass im Feuilleton überwiegend ältere, weiße Männer über Bücher von anderen älteren, weißen Männern schreiben. Denn die Dinge, die uns interessieren, haben immer auch etwas mit der eigenen Lebenswirklichkeit zu tun. Und die wird eben (noch?) immer auch maßgeblich vom Geschlecht bestimmt. Der Stern hat das auf sehr unterhaltsame Weise anhand von Houellebecqs Serotonin verdeutlicht.

Genau das ist auch der Grund, weshalb Gabriele Kalmbach schon seit 1,5 Jahren sogar ausschließlich Autorinnen liest. Sie habe festgestellt, dass sie Bücher von Frauen einfach viel mehr interessieren.

Die „Frauenquote“

Im Schnitt liegt die „Frauenquote“ der teilnehmenden Blogs bei knapp 62 %, also fast doppelt so hoch wie in den Feuilletons. Zur besseren Übersicht habe ich die „Frauenquoten“ der teilnehmenden Blogs in 10%-Schritten zusammengefasst.

Dabei fällt auf, dass die meisten der teilnehmenden Blogs eine Frauenquote zwischen 50% und 59,9% besitzt. Etwa die Hälfte liegt zwischen 50% und 69,9%. Und auch zwischen 70% und 89,9% sind noch erstaunlich viele Blogs zu finden. Unter der „Frauenquote“ der Feuilletons lag nur ein einziger Blog (24,6%).

Auch dies scheint meine Theorie zu stützen, dass das Geschlecht des Lesers bzw. der Leserin Einfluss auf das Geschlecht des Autors bzw. der Autorin hat. Insgesamt gibt es kaum männliche Buchblogger. Tatsächlich haben sich ausschließlich Bloggerinnen an meiner Blogparade beteiligt.

Besonders spannend fand ich auch die „Frauenquote“ unter den Hörbuchsprecher*innen, die Silvia von Leckere Kekse betrachtete. Bei ihr liegt sie bei 26,3%. (Ich schätze, bei mir wäre sie noch niedriger. Für dieses Jahr werde ich diesen Aspekt in meine Statistik aufnehmen.) Interessant finde ich dabei, dass nahezu alle Sprachsteuerungen, die uns im Alltag unterstützen, weibliche Stimmen habe. Das gilt nicht nur für „Siri“ und „Alex“, die ja sogar weibliche Namen tragen, sondern auch für die allermeisten Navis, einschließlich meinem eigenen. Woher das kommen könnte, ist mir nicht so ganz klar.

Lesehighlights, Autorinnenneutdeckungen und Co.

Aber natürlich diente meine Blogparade auch dazu, neue Bücher und Autorinnen zu entdecken. Und das ist gelungen. Ich habe sogar Lust auf das ein oder andere Buch bekommen, dass ich bislang für mich ausgeschlossen hatte.

Das gilt für „Der Tätowierer von Ausschwitz“ von Heather Morris. Mit Büchern über den Zweiten Weltkrieg tue ich mir bekanntlich ja etwas schwer. Und speziell dieses Buch war einige Zeit so präsent in den Social Media, dass mein Interesse eigentlich gegen Null ging. Das hat sich durch die Blogparade geändert, z.B. dank Sabrina von „Lesefreude“.

Auch „Unerschrocken“ Penelope Bagieu ist so ein Fall. Rike von „Rike Random“ hat es empfohlen.

Marion von „Schiefgelesen“ machte mich neugierig auf „Jurassic Mary“ von Patricia Pierce. Es ist die Biografie von Mary Anning, einer Fossiliensammlerin aus dem 19. Jahrhundert, die das Schicksal so vieler Frauen jener Zeit teil: obwohl sie einige sehr interessante Fossilien entdeckte, ist sie heute weitestgehend vollkommen unbekannt.

„Nicht was uns passiert“ von Bettina Wilpert war schon vor der Blogparade über den Weg gelaufen und auf meiner Leseliste gelandet. Es begegnete mir aber auch in einigen Beiträge, z.B. bei „LiteraturReich“.

Ähnliches gilt auch für „Ich weiß, warum der gefangene Vogel singt“ Maya Angelou, das z.B. Gabriele Kalmbach empfiehlt.

Gleich auf den Merkzettel bei Rebuy schaffte es „Es war einmal im Fernen Osten“, der Autobiografie von der Xiaolu Guo. Einer chinesischen Schriftstellerin, die heute im Exil lebt. Als ich bei „Monerls bunte Welt“ davon las, war sofort Feuer und Flamme. Dies liegt vor allem daran, dass mir ihr Buch „I am China“ so gut gefiel.

Und natürlich wurde auch „Der Report der Magd“ von Margret Atwood genannt, z.B. von „Miss Booleana“. Das liegt hier mittlerweile schon bereit.

Vielen Dank

Ich danke allen Teilnehmerinnen. (Ja, es war tatsächlich nur Frauen.) Ich war und bin wirklich total sprachlos, wie viele mitgemacht haben.

Ich hoffe, ich habe keine vergessen. Falls doch, seht es mir bitte nach und meldet euch bei mir.

9 Kommentare

  1. Hallo Kerstin,
    für mich persönlich war die Auswertung sehr interessant.
    Ob ich jetzt häufiger bewusst zu Büchern von Frauen greife?
    Ich bin gespannt. Es wäre schön, wenn du nächstes Jahr zu einem ähnlichen Rückblick aufrufst um das aktiv reflektieren zu können.
    Viele Grüße
    Silvia

  2. Hallo Kerstin!

    Danke für die Blogparade und die schöne Zusammenfassung. Es hat mir sehr viel Freude bereitet und ich hoffe, es gibt noch viele weitere spannende Aktionen.

    Liebe Grüße
    Sabrina

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