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Bücher von Frauen, die man gelesen haben muss

Die meisten Bücher lese ich und vergesse sie mehr oder weniger schnell wieder. Als Unterhaltungs- und Vielleserin ist das wohl normal. Selbst Bücher, die ich gerne und mit Begeisterung las, verblassen irgendwann doch wieder. Aber von Zeit zu Zeit stoße ich auch auf ein Buch, das ich auch noch nach Jahren in bester Erinnerung habe. Einen Teil dieser Bücher habe ich hier zusammengetragen. Wie immer bei mir gehen Genre und Themen bunt durcheinander. Zwei Dinge ist allen Büchern aber gemeinsam: es sind echte Lieblingsbücher und sie sind alle von Frauen geschrieben. „Binewskis. Verfall einer radioaktiven Familie“ von Katherine Dunn „Binewskis – Verfall einer radioaktiven Familie“ ist ein Buch, wie ich es in dieser Form noch nie gelesen habe. Es verdient eine eigene Kategorie, denn es ist gleichzeitig Horror, Gesellschaftskritik und Familienroman – und auch gar nichts davon. Die Geschichte entwickelt einen solchen Sog, dass ich das Buch am liebsten am Stück durchgelesen hätte. Am Ende blieb ich atemlos, verwirrt, tief bewegt und nachdenklich zurück. zu meiner Rezension „Frankenstein. Der moderne Prometheus“ von Mary Shelley Bereits vor 200 Jahren …

Brauchen wir den Frauentag wirklich als gesetzlichen Feiertag?

Der heutige Weltfrauentag ist etwas besonders. Zum allerersten Mal ist er auch in einem deutschen Bundesland – nämlich Berlin – gesetzlicher Feiertag. Und das ausgerechnet in dem Jahr, in dem wir in Deutschland 100 Jahre Frauenwahlrecht feiern. Endlich am Ziel! Also herrscht künftig am 8. März allgemeine Partystimmung und es regnet rote Rosen für alle Frauen?! Schon gegen die Tradition, Frauen am 8. März eine Rose (alternativ auch eine Nelke) zu schenken, habe ich eine regelrechte Allergie entwickelt. Auf mich wirkt diese Geste überhaupt nicht respektvoll, wie sie wohl eigentlich gemeint ist,  sondern beschwichtigend, fast schon herablassend. Ich kann mir einfach helfen. Mir kommt dabei immer ein Kind in den Sinn, dem man einen Keks in die Hand drückt, damit sich „die Großen“ noch etwas weiter ungestört unterhalten können. Die Einführung eines gesetzlichen Feiertags potenziert diese Wirkung um ein Vielfaches. Dabei war das ursprüngliche Ziel des Frauentags ein ganz anderes. Es sollte ein Tag sein, an dem Frauen laut sind, auf die Straße gehen und für ihre Rechte kämpfen. Ein Frauenkampftag. Als solcher wurde er …

Der Abschluss

1. Frauenleserin Blogparade zum Jahresende Als ich zur 1. Frauenleserin Blogparade zum Jahresende aufrief, hatte ich Angst, dass niemand teilnehmen würde. Immerhin war der Blog erst vor Kurzem wieder online gegangen. Und das auch noch mit einem neuen Konzept. Umso mehr hat es mich dann umgehauen, dass fast 30 Blogs daran teilnahmen. (Ja, seid ihr denn wahnsinnig?!) Das ist auch der Grund, weshalb dieser Abschluss-Beitrag dann doch etwas auf sich warten ließ. Ursprünglich hatte ich vor, auf jeden Beitrag kurz einzugehen. Aber das hat sich leider als nur schwer umsetzbar herausgestellt. Ich hoffe daher, ihr seht es mir nach, dass ich hier nur auf einige Beiträge eingehen werde. Ich habe jede*n besucht und einen Kommentar hinterlassen (wo dies möglich war). Am Ende findet ihr eine vollständige Link-Liste mit allen teilnehmenden Blogs. Spielt das Geschlecht wirklich eine Rolle? Gleichermaßen überrascht und gefreut hat mich, dass sich sogar eine kleine Diskussion darüber entwickelte, ob das Geschlecht der schreibenden Person bei der Auswahl der Lektüre tatsächlich eine Rolle spielt. DasTenna bezweifelt dies sehr. Wichtigstes Kriterium für die Bücherwahl …

4 Bücher aus den Frühjahr Vorschauen, auf die ich mich freue

Schon vor Weihnachten sind hier die ersten Verlagsvorschauen für das Frühjahr 2019 eingetrudelt. Jetzt hatte ich endlich die Muse, um mich genauer damit zu beschäftigen. Dabei bin ich auf vier interessante Bücher gestoßen, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Vom Gesprächsbuch über den Thriller bis hin zum Lyrikband ist alles abgedeckt. „Der Gott am Ende der Straße“, Louise Erdrich Der Gott am Ende der Straße Autorin: Louise Erdrich Übersetzer/in Gesine Schröder gebunden mit Schutzumschlag 360 Seiten Aufbau Verlag ISBN: 978-3-351-03756-7 Preis: 22,00 € Erscheinungsdatum: 15.03.2019 Louise Erdrich ist eine der bekanntesten amerikanischen Gegenwartsautorinnen. Sie wurde u.a. mit dem National Book Award, dem National Critics Circle Award und dem PEN/ Saul Bellow Award ausgezeichnet. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich bisher trotzdem noch nichts von ihr gelesen habe. Und das obwohl Alex von „The Read Pack“ schon von Erdrich Roman „Das Haus des Windes“ so begeistert war, dass ich diesen eigentlich schon lesen wollte. (Ihre Rezension findet Ihr >>hier<<.) Am 15.03.2019 erscheint nun ihr neues Roman „Der Gott am Ende der Straße“. Der Aufbau Verlag, bei dem …

Leserückblick 2018

Nachdem ich mit „Nenn mich einfach Superheld“ von Alina Bronsky mein letztes Buch des Jahres beendet hatte, konnte auch ich mich an einen Jahresrückblick setzen. Denn natürlich kann man nicht zur Blogparade zum Jahresende aufrufen, ohne selbst ein Beitrag dazu zu liefern. Mit meiner Blogparade wollte ich dazu anregen, das Lesejahr einmal aus einem anderen Blickwinkel Revue passieren zu lassen und primär Bücher von Autorinnen in den Mittelpunkt zu stellen. Dazu formulierte ich fünf Fragen, die ich im Folgenden nun auch für mich beantworten werde. Wie hoch ist deine Frauenquote? Wie viele Bücher hast du in diesem Jahr gelesen? Wie viele davon wurden von Autorinnen geschrieben? In 2018 habe ich 43 Bücher gelesen und 12 Hörbücher gehört. Insgesamt waren es also 55 (Hör-)Bücher. Davon waren 30 von Autorinnen. Das macht eine Frauenquote von 55%. Betrachtet man nur die Hörbücher, fällt die Quote deutlicher aus. Hier waren 10 Stück von Autorinnen, was einer Frauenquote von 83% entspricht. Mit dieser Frauenquote bin ich ganz zufrieden. Mein Ziel ist und war es nie, ausschließlich Bücher von Autorinnen zu …

Blogparade zum Jahresende

Die Zeit der Jahresrückblicke hat wieder begonnen. Für mich ist das eine gute Gelegenheit, um Euch über die Bücher von Autorinnen auszufragen, die ihr in diesem Jahr gelesen habt. Deswegen rufe ich zur 1. Frauenleserin Blogparade zum Jahresende auf. Erst vor ein paar Tagen bin ich auf einen Beitrag des NDR gestoßen, in dem es um die Sichtbarkeit von Autorinnen geht. Nina George hat zusammen mit anderen Frauen zusammen eine Studien durchgeführt. Einen Monat lang haben sie 69 Medien (Radio, Fernsehen, Zeitungen und Zeitschriften) ausgewertet. Das Ergebnis war sehr ernüchternd: gerade einmal ein Drittel aller Rezensionen war über Bücher von Autorinnen. Und das liegt keineswegs daran, dass es schlicht mehr Bücher von Autoren gibt. Gerade im Belletristik-Bereich ist das Verhältnis eigentlich sehr ausgeglichen. Trotzdem werden Autorinnen seltener besprochen. Da wundert es eigentlich kaum noch, dass Autorinnen seltener mit Literaturpreisen ausgezeichnet werden, wenn ihre Bücher so wenig Beachtung finden. Das hat mich neugierig gemacht, wie es eigentlich in der Buchblogosphäre so aussieht. Gerade der Jahreswechsel bietet sich ja ideal an, um eine kleine, persönliche Buchbilanz zu …

„Damenwahl“ im Historischen Museum im Frankfurt (Main)

In diesem Monat gibt es Grund zum Feiern: Das Frauenwahlrecht in Deutschland wird 100 Jahre! Bis dahin war es ein langer Weg. Im Historischen Museum in Frankfurt (Main) kann man ihn derzeit nachgehen. Mit dem Arbeitskreis „Sozialdemokratische Frauen Hessen Süd“ hatte ich vor zwei Wochen die Gelegenheit, von der Kuratorin Dorothee Linnemann durch die Sonderausstellung „Damenwahl“ geführt zu werden. Ich gebe zu, dass ich nicht viel Zeit in Museen verbringe. Allerhöchstens im Urlaub kann ich mich zu einem Besuch überwinden. Und auch das nur an einem regnerischen Tag, an dem man sonst ohnehin nicht viel unternehmen kann. Als ich aber von der Sonderausstellung „Damenwahl“ erfuhr, war ich sofort begeistert. Nur selten widmen sich Museen der weiblichen Perspektive auf die Geschichte. Und tatsächlich fand ich den Besuch der Sonderausstellung sehr inspirierenden. In fünf Bereichen wird die / der Besucher_in präsentiert das Historische Museum Frankfurt den Weg zum Frauenwahlrecht in Deutschland. Angefangen vom Kaiserreich bis hin zur Geburtsstunde unseres heutigen Grundgesetzes zeigt es die wichtigsten Stationen und deren bedeutendsten Mitstreiterinnen. Jedem Bereich sind drei Frauen mit je einem Ausspruch …

Warum eine Gleichberechtigung der Frau nicht genug ist

Als ich am Wochenende von der Führung durch die Ausstellung „Damenwahl – 100 Jahre Frauenwahlrecht“ twitterte, erhielt ich den Kommentar, dass die Gleichberechtigung heute bis auf das Gehalt doch erreicht sei. Ich sehe das anders und je älter ich werde, umso deutlicher wird es für mich. (Wow, wie altersweise das klingt. So alt komme ich mir eigentlich gar nicht vor.) Da ist z. B. die Erwartungshaltung in Bezug auf Ehe und Familienplanung. Zuerst fragte man mich, wann ich heiraten wolle. Als ich mich dann doch dazu entschied, wurde ich gefragt, warum ich es nicht in weiß und mit rauschendem Fest tue. (Auch dass wir uns zunächst gegen Ringe entschieden, war für einige ein Problem.) Interessanter Weise war einige gleichzeitig enttäuscht, dass ich meinen Nachnamen ablegte. Und jetzt werde ich ständig gefragt, wann ich denn ein Kind plane. Schön, dass ich mit meiner Meinung nicht alleine dastehe: „Auf allen drei Schlachtfeldern, der Körperebene, der Familienplanung und der Sexualität, gilt: Macht euch klar, was ihr wollt. Und was andere gegen eure Freiheit haben könnten. Und dann reißt …