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#runningbookworm – 6 Bücher, die dir Beine machen

Im Januar habe ich die Laufsaison eröffnet. Höchste Zeit also sich auch mit passenden Lektüre zu beschäftigen.

Ich habe Euch sechs sehr unterschiedliche Bücher rund um das Laufen zusammengestellt. Vom spannenden Hörbuch über interessante Biographien bis hin zur Graphic Novel ist alles dabei. Da sollte jede/r fündig werden.

Belletristik

In der Spannungslitertur wird ja nicht selten gelaufen. Meistens in Form von Verfolgungsjagden. Ich höre diese Thriller gerne während des Joggens. Wenn ich nicht gerade Musik höre. Besonders bewährt haben sich diese beiden:

Todesmarsch von Richard Bachmann aka Stephen King

In dieser Dystopie ist Gehen ist zentrale Motiv des Buches. Die verarmte Bevölkerung befindet sich in einer Militärdiktatur. Jedes Jahr wird ein Todesmarsch als Wettkampf veranstaltet. Dabei werden einhundert männliche Jugendliche auf einen Todesmarsch geschickt. Wer viermal zu langsam läuf oder gar stehen bleibt, wird erschosssen. Dem letzten Überlebenden winkt ein Leben in Luxus.

Ich habe das Buch mit großer Beigeisterung schon mehrfach gelesen. Es ist eines meiner all time favorites. Als Hörbuch macht es definitiv Beine.

AchtNacht von Sebastian Fitzek

Auch hier geht es um eine Todeslotterie und auch hier wird viel gelaufen. Dabei werden aus einem Lostopf, in den jede/r eine verhasste Person geben konnte, zwei ausgewählt. Diese werden für den 08.08. ab 8 Uhr 08 für 24 Stunden als vogelfrei erklärt. Die Geächteten können straffrei getötet werden. Zusätzlich wird auf beide ein Kopfgeld von 10 Millionen Euro ausgesetzt. Damit beginnt eine tödliche Hetzjagd.

Auch dieses Buch habe ich während des Joggens gehört. Ich bin eigentlich kein großer Fitzek-Fan. Meiner Meinung nach leidet die Logik der Handlung bei Fitzek stets etwas unter der hohen Frequenz, mit der der Autor neue Bpcher auf den Markt bringt. Das ist auch hier nicht anders. Aber zum Joggen ist es bestens geeignet. Die Handlung braucht nicht immer 100% Aufmerksamkeit. Auch nach längeren Pausen findet man bequem wieder den Anschluss.

ungewöhnliche Läuferbiografien

Ungewöhnliche Biografien lese ich gerne. Es ist immer wieder erstaunlich, was man durch Ehrgeiz, Fleiß und Durchhaltevermögen erreichen kann. Das ist sehr inspirierend. Auch unter den Läufern gibt es ein paar sehr interessante Biografien von Leuten, die gegen Widerstände ankämpften und unglaubliches erreichten.

Marathon Woman von Kathrine Switzer

Kathrine Switzer war die erste Frau, die am Boston Marathon teilnahm. Und das obwohl es Frauen damals verboten war, Langstrecke zu laufen. Man befürchtet, dass die Gebärmutter herausfallen könnte. Und das im Jahr 1967! Als die Veranstalter bemerkten, dass eine Frau teilnahm, versuchten sie Switzer zu stoppen, was ihnen aber nicht gelang. Switzer beendete ihren Lauf und trug damit einen wichtigen Teil dazu bei, dass Frauen-Langstreckenläufe heute olympisch sind.

Ihre Autobiografie habe ich sehr gerne gelesen. Es ist die Geschichte einer mutigen Frau, die gegeben Voruteile ankämpft. Das Buch ist witzig und unterhaltsam und wird auch Nicht-Läufer/innen gefallen.

Vom Junkie zum Ironman von Jörg Schmitt-Kilian und Andreas Niedrig

Bereits der Titel sagt eigentlich alles. Andreas Niedrig gehörte zu den erfolgreichsten Triathleten der Welt. Aber sein Weg an die Spitze könnte nicht ungewöhnlicher sein, denn er ist eine schwere Drogenabhängigkeit im wahrsten Sinne des Wortes davon gelaufen. 10 Jahre war er heroinabhängig. In dieser Zeit hat er alles verloren: Frau, Kind, Job. Aber ihm gelingt mit viel Willenskraft der Absprung und er startet ein Leben als Athlet.

Auch dieses Buch habe ich wahnsinnig gerne gelesen. Es ist mehr als beeindruckend, was Niedrig gelungen ist. Seine Geschichte zeigt, dass man niemals aufgeben sollte und mit viel Willenskraft zu wesentlich mehr in der Lage ist, als man selbst und auch das Umfeld einem zutraut.

Der Traum von Olympia von Reinhard Kleist

Noch eine Biografie einer laufenden Frau, die ihren Sport gegen männlichen Widerstand durchsetzte. Der Traum von Olympia erzählt die beeindruckende und dramatische Geschichte der Sprinterin Samia Yusuf Omar. Sie vertrat Somalia 2008 bei den Olympischen Spielen. Und das obwohl ihr in ihrer Heimat von den islamischen Sittenwächtern das Laufen verboten wurde. 2012 versuchte sie in einem Boot nach Europa zu flüchten. Ihr Ziel waren die Olympischen Spiele in London. Wie so viele andere Flüchtlinge ertrank sie vor der Küste Maltas. Sie war gerade einmal 21 Jahre alt.

Aus dieser wahren Lebensgeschichte hat Reinhard Kleist eine spannende Graphic Novel gemacht. An einigen Stellen war sie mir etwas zu pathetisch. Bisweilen hatte ich den Eindruck, als hätte sich Kleist nicht besonders gut in Omar hineinversetzen können, denn die Gedanken, diemKleist ihr zuschreibt, kamen mir manchmal nicht besonders realistisch war. Dennoch haben die Bilder eine erstaunliche Kraft und jagten mir vor allem am Ende eine Gänsehaut über den Körper.

Erlebnisbericht

Schließlich gibt es auch noch spannende Erlebnisberichte über außergewöhnliche Läufe. Besonders interessant dürften diese vermutlich vor allem für alljene sein, die selbst laufen. Dabei muss man aber keineswegs einen ähnlichen Lauf planen, um Spaß an Erlebnisberichten zu haben. Dies gilt auch für folgendes Beispiel:

Hysterie des Körpers von Joey Kelly

Es mag unpopulär sein, aber ich gebe es trotzdem gerne zu: ich bin Fan von Joey Kelly. Das gilt nicht unbedingt musikalisch, aber sportlich. Joey Kelly hat eine mehr als beeindruckende Willenskraft und eine unglaubliche mentale Stärke.

Besonders beeindruckt man mich sein Marsch quer durch Deutschland. Von Wilhelmshaven am Bodensee ist er in knapp drei Wochen bis auf die Zugspitze gelaufen. Mehr als eine Marathonstrecke legte er täglich zurück. Das allein ist für mich schon unglaublich genug. Aber Joey Kelly unternahm diesen Weg unter verschärften Bedingungen, nämlich ohne Geld. Er übernachtete im Freien und aß und trank nur, was ihm die Natur bot. Er hatte also nicht nur mit Einsamkeit, Wetter und geschundenen Füßen zu kämpfen, sondern außerdem auch permanent Hunger und Durst. In diesem Buch erzählt er wie er trotz all der Hysterie seines Körpers auf der Zugspitze ankam.

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