Geplauder
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Januar-Auslese

Wie Ihr seht, starte ich mit einem neuen Konzept in das Jahr 2018. In meiner Monats-Auslese werde ich Euch in Zukunft einen Einblick dazu geben, was bei mir im vergangenen Monat so los war. Dazu gehören natürlich Bücher in Form meines Lieblings und Schwächlings des Monats, aber auch Netzentdeckungen und persönliches.

Am besten fange ich mal mit den Bücher an. Das ist vertrautes Terrain.

Mein Lese-Januar

war von dem Vorsatz geprägt, zu Beginn des neuen Lesejahres zunächst etwas Ballast abzuwerfen. Hierzu habe ich eine kleine Inventur meiner abgebrochenen und/oder aufgeschobenen Bücher vorgenommen.
Dabei habe ich mich von allen Büchern getrennt, die ich bereits vor mehr als ein Jahr angefangen und doch nicht zu Ende gelesen habe. Sind wir mal ehrlich: ich werde sie wohl ohnehin nie zu Ende lesen. Wenn ich das wirklich wollte, hätte ich es bereits getan.
All jenen Büchern, die noch nicht ganz so lange liegengeblieben waren, habe ich noch eine zweite Chance gegeben. Manche, wie z.B. Katie von Christine Wunnicke, konnte ich so endlich beenden. Bei Insomnia von Stephen King hingegen hatte ich weniger Glück. Ich musste einsehen, dass ich für ein so umfangreiches Buch viel zu langsam voran komme, wenn ich es auf Englisch lese. Am Ende hatte ich mir den Spaß an dem Buch so gründlich verdorben, dass ich es auch auf deutsch nicht beenden wollte. Schade.

Mein Januar-Schwächling war aber ein anderes Buch.

Von Marzi von Marzena Sowa und Sylvain Savola hatte ich mir einiges versprochen. Die Grundidee klang wirklich gut. Die Graphic Novel basiert auf den Kindheitserinnerung von Marzena Sowa, die in den 80er Jahren in Polen aufwuchs. Aus dieser kindlichen Perspektive erhält man einen Einblick in das Leben unter dem Kommunismus. Leider ist der überwiegende Teil der dargestellten Episoden ziemlich alltäglich. Immer wieder wird in verschiedenen Varianten vom Schlange stehen berichtet oder von den Spielen der Kinder. Das ist am Anfang zwar noch einigermaßen interessant, wird dann aber leider schnell langweilig. Und die wirklich interessanten Sache wie etwa das Atom-Unglück in Tschernobyl oder die gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den Kommunismusgegner und dem polnischen Militär wird auf nur ein paar wenigen Seiten abgehandelt. Dabei waren es eigentlich genau diese Dinge, die mich an der Graphic Novel so reizten. Das war leider ein richtiger Flop.

Ein echtes Highlight in Form einer tollen Neuentdeckung hatte ich im Januar eigentlich nicht.

Dafür habe ich mir den Lesemonat aber mit gleich zwei schöne Rereads gegönnt.

Zum einen habe ich mal wieder meinen Lieblings Harry Potter, nämlich den Feuerkelch, gehört. Den mag ich deshalb so gern, weil es die Folge ist, in der Voldemort zurückkehrt und danach die Stimmung der Reihe komplett umschlägt. Während die vorherigen Bände noch sehr fröhlich und behütet waren, gibt es hier nun den ersten Toten, was mich beim ersten Lesen sehr schockte. Danach wird die Reihe dann deutlich düsterer. Dass Rowling das auch noch mit einem internationalen magischen Turnier verbindet, ist echt genial. Ich mag es, wenn es in Bücher um Wettkämpfe geht.
Außerdem habe ich Ronja Räubertochter von Astrid Lindgren gelesen. Das ist ein ganz besonderes Buch, das mich quasi durch meine gesamte Kindheit begleitet. Und – zum Donnerdrummel! – das kann man auch mit 35 Jahren noch mit Vergnügen und Spannung lesen. Vor allem der starke Bezug zur Natur und die Schilderung einer echten Freundschaft. Aus dem Buch habe ich eine Menge gelernt. Durch die große Selbstverständlichkeit mit der Ronjas Freiheit und Selbstbestimmtheit hat mich, glaube ich schon, ein Stück weit geprägt. Jedenfalls hatte ich beim Lesen ein wohlig-warmes Gefühl im Bauch.

Meine Netzentdeckung des Monats

ist zweifellos Kea, deren Instagram-Account ich genauso schätze ich wie ihren Blog. Kea schreibt sehr schöne Lyrik, mit der sie ein feines Auge für die kleinen zwischenmenschlichen Dinge im Alltag beweist. Außerdem widmet sie sich feministischen Themen, was mich schon das ein oder andere mal inspirierte oder zum Nachdenken brachte. Besonders beeindruckt bin ich aber mit welcher Offenheit und Klarheit Kea über ihre Angststörung, ihre stationäre Psychotherapie und ihren Weg zurück in ein „normales“ Leben erzählt. In ihren Instagram-Stories scheint sie dabei stets sehr in sich ruhend; eine Eigenschaft, die selbst gerne viel öfter hätte.

In Sachen Fitness lief der Januar ebenfalls ziemlich gut. Ich habe die Laufsaison wieder eröffnet und festgestellt, wie viel besser das Joggen gegenüber dem Schwimmen ist. Jeden Sonntag Die Bewegung an der frischen Luft macht meinen Kopf viel gründlicher frei. Danach fühle ich mich zwar immer etwas k.o., aber gleichzeitig auch sehr zufrieden mit mir. Bei diesen kalten Temperaturen gönne ich mir danach ein Bad mit Buch. Besser gehts nicht!

Das hat mir außerdem noch gut getan:

  • neue Ohrlöcher stechen lassen
  • Familien-Sonntag mit Kaffee bei Oma & Opa und Abendessen mit Eltern & Bruder

Und das lief nicht so toll:

  • viel beruflicher Stress
  • Opa musste ins Krankenhaus, zum Glück nicht stationär

Und zum Schluss: Tee des Monats ist der Grüntee mit Vanille von Messmer.

Eigentlich trinke ich ja lieber losen Tee, aber im Büro sind Beutel einfach praktischer. Dazu ist er auch noch thermoskannen-geeignet. Ich liebe das angenehm herb-süßes Aroma und der vanillige Duft macht gute Laune.

2 Kommentare

  1. So ein Monatsrückblick ist eine schöne Sache, und es ist eine nette Idee, dass auch Nichtliterarisches mit vorkommt. Dass „Ronja Räubertochter“ erwähnt wird, hat mich lächeln lassen; das Buch mochte ich als Kind auch sehr gern.

    • Danke. Das mit den persönlichen Dinge ist ja immer so eine Gratwanderung. Natürlich will ich authentisch sein und auch etwas über die Frau hinter dem Blog verraten. Andererseits möchte ich aber auch nicht alles öffentlich diskutieren. Ich hoffe, ich finde da noch einen gesunden Mittelweg.

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