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Das war’s … 2017 – (m) ein Jahresrück- und -ausblick in 5 Büchern

Kaum liegt Weihnachten hinter uns, beginnt auch schon wieder die Zeit der Jahresrückblicke. Natürlich darf der auch hier nicht fehlen. Aber keine Angst. Ich werde euch nicht mit der Anzahl der von mir gelesenen Büchern oder ähnlich ermüdender Statistiken langweilen. Bei diesem Rückblick auf das Bücherjahr 2017 komme ich mit nur 4 Büchern aus. Bücher Nr. 5 gibt zudem einen Ausblick auf das nächste Jahr.

Die fünf Fragen, anhand derer ich das Bücherjahr Revue passieren lasse, habe ich mir dabei nicht selbst ausgedacht. Vielmehr nehme ich damit an der BuchSaiten-Blogparade teil, die bei Petzi von Die Liebe zu den Büchern veranstaltet wird. Bis zum 6. Januar habt Ihr noch Zeit, Euch mit einem eigenen Beitrag zu beteiligen.

Von welchem Buch habe ich mir in diesem Jahr wenig versprochen, wurde dann aber positiv überrascht? (und Begründung)
 

Bevor ich diese Frage beantworte, sollte ich vielleicht zuerst kurz erklären, warum ich überhaupt Bücher lesen, von denen ich mir nur wenig verspreche. Eigentlich lese ich ja nach dem Motto „Das Leben ist zu kurz für schlechte Bücher“. Ausnahmen mache ich aber gelegentlich für „Bücher, die man gelesen haben sollte“. Mehr oder weniger aus Pflichtgefühl.

So kam es, dass ich mir in diesem Jahr Friedrich Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“ vornahm. Ohne je wirklich etwas von ihm gelesen haben, hatte ich Dürrenmatt immer zu der Sorte anstrengender, schwer zu lesender und noch schwerer verständlichen Lektüre gezählt, mit denen ich im Deutschunterricht gequält wurde. Daher hatte ich mich bisher erfolgreich vor ihm gedrückt. „Der Besuch der alten Dame“ hat mich dann aber absolut positiv überrascht. Statt dröge und verkopft habe ich die Erzählung nämlich als sehr unterhaltsam, amüsant und erstaunlich leicht lesbar erlebt. Dabei ist es aber weit mehr als reiner Klamauk. Dürrenmatt hält uns vielmehr einen Spiegel vor. Dass er dies mit einer ordentlichen Brise Ironie tut, macht die Sache dabei umso reizvoller. Das wäre Schulstoff nach meinem Geschmack gewesen, liebe Deutschlehrer!

Der Besuch der alten Dame – Friedrich Dürrenmatt – Diogenes Verlag – Taschenbuch – 978-3-257-23045-1 – 160 Seiten – 10,-€

Von welchem Buch habe ich mir in diesem Jahr viel versprochen, wurde dann aber negativ überrascht hat? (und Begründung) 

In diesem Jahr war ich wieder richtig im Buchpreisfieber. Auf der Longlist konnte ich gleich eine ganze Menge interessanter Bücher für mich entdecken. (Meine Betrag hierzu könnt Ihr >>hier<< nachlesen.)

Nach der Leseprobe hatte es mir unter anderem „Katie“ von Christine Wunnicke angetan. Die Kombination aus einer wahren historischen Begebenheit und der übersinnlichen Thematik des Romans schien genau nach meine Beuteschema zu sein. Leider konnte mich der Roman dann aber doch nicht überzeugen. Irgendwie wollte die Geschichte nicht so richtig in Schwung kommen. Vielleicht hatte ich aber auch einfach falsche Erwartungen an den Roman. Ich hatte etwas richtig schön schauriges erwartet. Der Roman war jedoch wesentlich nüchterner gehalten, als ich mir erwünscht hatte. Selbst die Séancen waren in einer so distanzierten und analytischen Art beschrieben, das sich bei mir einfach kein Gänsehautgefühl einstellen wollte. Letztendlich habe ich nach etwas mehr als der Hälfte aufgegeben und abgebrochen.

Katie – Christine Wunnicke – Berenberg Verlag – Hardcover mit Fadenheftung – 978-3-946334-13-2 – 176 Seiten – 22,- €

Welches war meine persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum? 

Meine persönliche Autoren-Neuentdeckung war in diesem Jahr – wie so oft – ein Zufallsfund. Zwar hatte ich bei Buchlingreport schon etwas über Banana Yoshimoto gelesen. Gekauft habe ich „Moshi Moshi“ dann aber nur, weil ich es auf meinem Flohmarkt günstig ergattern konnte. Zum Glück! Denn das Buch konnte mich wirklich restlos begeistern. Es ist einem sehr ruhigen, nachdenklichen und einfühlsamen Stil geschrieben und beschreibt doch die großen Themen des Lebens: Liebe, Tod und die Suche nach sich selbst. Daraus spricht eine große Lebensweisheit, die mich sehr beeindruckte und zum Nachdenken brachte. Es ist definitiv kein Buch, das man einfach so herunterliest. Es regt zur Selbstreflexion an und gibt einem gleichzeitig das Gefühl, zur Ruhe kommen und ganz bei sich selbst zu sein. Es wird definitiv nicht mein letztes Buch von Banana Yoshimoto gewesen sein.

 Moshi Moshi – Banana Yoshimoto – Diogenes Verlag – Taschenbuch – 978-3-257-24396-3 – 304 Seiten – 12,- € 

Welches war mein Lieblings-Cover in diesem Jahr und warum? 

Da ich nur sehr selten nach Cover kaufe, fällt mir die Beantwortung dieser Frage echt schwer. Daher überlasse ich Euch die Entscheidung. Zu Wahl stehen:

  • „Wiener Straße“ von Sven Regener

Das an ein Gemälde erinnernde Cover zeigt nicht die Wiener Straße in Berlin, in der das Buch spielt. Es ist auch insofern sehr stimmig, als dass es in dem Roman um die Kunstszene geht.

Wiener Straße – Sven Regener – Galiani Verlag – Hardcover – 978-3-86971-136-2 -304 Seiten – 22,-€

  • „Happy Birthday, Türke“ von Jacob Arjouni

Das von Philip Wächter gestaltete Cover der Büchergilde Guttenberg ist ganz in Lila-Tönen gehalten. Dies finde ich deshalb so passend, weil es die Stimmung des Romans gut einfängt. Zudem sieht man die Hauptfigur des Romans: Kemal Kayankaya, einen kernigen Privatermittler, der für diesen Fall im Frankfurter Bahnhofsviertel recherchiert. Auch die weiteren Illustrationen im Buch sind im gleichen Stil gehalten. (Mehr Fotos findet Ihr in meiner >>Rezension<<.)

Happy Birthday, Türke – Jakob Arjouni – Büchergilde Gutenberg – Hardcover – 978-3-7632-6888-7 – 196 Seiten –  22,95€

  • „Die Geschichte der Welt“ von Ewald Frie

Dieses Cover hat tatsächlich einen Nerv bei mir getroffen. Es ist ein echter Coverkauf – wohl der einzige in diesem Jahr. Ich lief im Frankfurter Hauptbahnhof an der Buchhandlung vorbei und sah es nur aus dem Augenwinkel. Daraufhin bin sofort in den Laden, habe es kurz angesehen und direkt gekauft. Was mich daran so ansprach, kann ich aber leider selbst nicht sagen. Es war wohl die Ahnung, dass sich im innereien kleiner Schatz verbirgt. Und dem ist tatsächlich so, denn das Buch ist aufwändig mit zahlreichen Zeichnungen und Karten gestaltet. (Mehr Fotos gibt es auf der >>Verlagsseite zum Buch<<.)

Die Geschichte der Welt – Ewald Frie – C. H. Beck Verlag – Hardcover – 978-3-406-71169-5 – 464 Seiten – 28,-€ 

Welches Buch will ich unbedingt in 2018 lesen und warum?

Ganz oben auf meiner Leseliste für das neue Jahr steht Margret Atwood. Irgendwie scheint wirklich jeder außer mir schon etwas von ihr gelesen zu haben. Und alle finden sie großartig!

Auf meinem Tolino wartet deshalb schon seit einigen Wochen „Oryx & Crake“ darauf gelesen zu werden. Dass es ausgerechnet dieses Buch von ihr wurde, hat zwei Gründe: zum einen wollte ich eines im englischsprachigen Original lesen. Da bot sich ein Jugendbuch natürlich an, weil ich eine etwas leichtere Sprache erwarte. Zum anderen hat Alex von >>ReadPack<< so von diesem Buch geschwärmt. Auf ihr Urteil kann ich mich in aller Regel verlassen.

Orxy & Crake -Margret Atwood – Little Brown & Co. Inc. – eBook – 9780748113354 – 448 Printseiten – 6,99€

Bleibt mir nur noch, Euch einen guten Start in das neue Jahr zu wünschen. Lasst es gut anfangen, lest viele Bücher und lasst es Euch auch sonst gut gehen. Wir lesen uns hier wieder.

Alles Liebe.

Eure Kerstin

1 Kommentare

  1. Bei diesem Buchplan kann ich mich direkt anschließen. Ich würde auch gerne was von Atwood lesen und endlich mal wieder ein Buch auf Englisch.
    Alles Gute für das neue Jahr wünscht dir
    Silvia

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