125Interview, Lieblingsschreibplatz
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Lieblingsschreibplatz #5: Melanie Raabe

Meine heutige Interviewpartnerin brauche ich eigentlich gar nicht groß vorzustellen. Ihr Debüt Die Falle, das im vergangenen Jahr direkt zum Bestseller wurde, machte sie auf einen Schlag bekannt. Noch vor dem Erscheinungstermin konnten internationale Lizenzen verkauft werden. Mittlerweile klopfte selbst Hollywood bei ihr an.

Aufgewachsen ist Melanie Raabe, die als Kind Stuntfrau werden wollte, zunächst in einem Dorf Thüringen und später in einer Kleinstadt in Nordrhein-Westfahlen. Sie studierte in Bochum Medienwissenschaften und Literatur, bevor sie für ihren ersten Job als Journalistin nach Köln zog. Neben ihrer Liebe zum Schreiben, die Melanie Raabe übrigens auch auf dem eigenen Interview-Blog Biographilia auslebt, ist ihr auch ihre Abenteuerlust geblieben. Sie springt von Bungee-Kränen, kuschelt mit Vogelspinnen und machte schon einmal die Nacht mit ihrer liebsten Rockband durch.

In dieser Woche ist nun ihr zweites Buch Die Wahrheit erschienen, das einige sogar für noch besser als ihr Debüt halten. Darin erfährt die 37jährige Sarah, dass ihr seit 7 Jahren während einer Südamerikareise spurlos verschwundener Mann noch am Leben ist. Aber als sie ihn am Flughafen abholen möchte, steht ein Fremder vor ihr, der sie zu erpressen versucht.

DIE WAHRHEIT von Melanie Raabe

4/5 Herzchen

Mir hat Melanie Raabe nun verraten, wo und wie ihre Thriller entstehen.

Melanie, ich freue mich, dass Du Dir die Zeit nimmst, um uns deinen Lieblingsleseplatz vorzustellen. Und weil ich Dich auch gar nicht länger als unbedingt notwendig aufhalten möchte, komme ich direkt zur ersten Frage: Wo schreibst Du am liebsten und warum?

Aktuell gibt es zwei Orte, an denen ich besonders gerne schreibe. Zum einen ist da mein Schreibtisch daheim. Ihn liebe ich sehr. Eine gute Freundin von mir, die Designerin Laura Kampf, hat ihn für mich entworfen und gebaut. Momentan schreibe ich aber auch viel im Café bei mir um die Ecke. Dort ist es tagsüber sehr ruhig, es läuft immer gute Musik – und es gibt exzellenten Kaffee und Kuchen. Ein echtes Plus. Derzeit mache ich es so: Wenn ich absolute Ruhe brauche, schreibe ich daheim. Und wenn mir dort mal die Decke auf den Kopf fällt und ich ein bisschen Geräuschkulisse und die Gegenwart anderer Menschen brauche, gehe ich ins Café.

mein schreibplatz

Hast Du eine feste Schreibroutine (z.B. feste Zeiten, zu denen Du schreibst) oder ein -ritual? Wenn ja, welche/s?

Die wichtigste Zeit ist für mich der frühe Morgen. Zum einen bin ich von je her ein Morgenmensch. Zum anderen habe ich das Gefühl, meine eigenen Gedanken morgens – wenn ich noch unbelastet vom Tag und vom Weltgeschehen bin – am Besten hören und zu Papier bringen zu können.

Wie entstehen Deine ersten Entwürfe (handschriftlich, getippt, diktiert,…) und warum genau so?

Wenn ich unterwegs bin und einfach nur Ideen sammle, dann notiere ich sie auf ganz unterschiedliche Arten. Schreibe sie in mein Notizbuch, tippe sie in mein Handy, kritzele sie zur Not auf einen Bierdeckel. Solange ich einfach nur meine Gedanken ordne, schreibe ich vieles von Hand, doch sofort im Anschluss wandert alles in mein Laptop. Das geht schneller, ist übersichtlicher – und dank Copy&Paste lassen sich die Dinge für mich viel leichter strukturieren. Da lässt sich einfach besser experimentieren.

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Was inspiriert Dich? Woher bekommst Du Ideen für neue Geschichten?

Von überall her! Alles, was wir erleben, kann Inspiration bieten. Gespräche die wir führen, andere Menschen, Kunst, Musik, Reisen, die News und natürlich unsere eigenen Erlebnisse. Meine Antennen sind immer aufgestellt, ich notiere mir permanent neue Ideen, einzelne Sätze, interessante Orte und Begebenheiten.

Was ist Deine Hauptmotivation beim Schreiben? Schreibst Du in erster Linie für Dich selbst oder möchtest Du eine bestimmte Botschaft vermitteln, auf ein Thema aufmerksam machen oder schlicht unterhalten?

Das ist bei mir vermutlich eine Mischung aus der Beschäftigung mit mir selbst und dem Wunsch, gut zu unterhalten. Alles beginnt mit einer Idee, und die muss mich faszinieren. Warum auch immer. An dieser Idee arbeite ich mich ab und lerne dabei etwas über mich selbst. Und dann versuche ich, dieses Text-Gebilde, das dabei entstanden ist, so zu formen, dass es für andere Menschen Sinn und ihnen im Idealfall Freude macht. Eine schöne Arbeit!

Vielen Dank, Melanie. Es war mir eine besondere Ehre.

Melanie Raabe ist übrigens auch in den Sozialen Netzwerken sehr aktiv. Ihr findet sie bei:

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Goodreads
Lovelybooks

 

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