Alle Artikel in: 4 Herzchen

„Die Nachtigall“ von Kristin Hannah

In den USA hat der Roman längst eine Millionenauflage. Seit mehr als einem Jahr ist er dort in der Bestsellerliste vertreten. Weltweit wurde er in 31 Sprachen übersetzt. Auch die Filmrechte wurden bereits verkauft. Am Montag (19.09.) erscheint „Die Nachtigall“ nun auch bei uns. Für mich war das Grund genug, um mir die Schwestern Vianne und Isabelle, die im von den Nazis besetzten Frankreich für die eigenen Werte und ums Überleben kämpfen, genauer anzusehen. In der Liebe finden wir heraus, wer wir sein wollen; im Krieg finden wir heraus, wer wir sind. (Seite 12) Paare, die schwere Unglücke zu bewältigen haben. Schwestern, die dunkle Familiengeheimnisse aufdecken. Einsame Frauen, die, um einem vernachlässigten Kind zu helfen, ihr eigenes Leben von Grund auf ändern. Dies sind die Themen, mit denen die 1960 geborene Kristin Hannah zur beliebten Bestsellerautorin wurde, die mittlerweile mehr als 20 Frauen- und Liebesromanen veröffentlichte. Auch wenn sich die Schriftstellerin mit ihrem neuen Buch „Die Nachtigall“ erstmal an einen historischen Stoff wagt, bleibt Kristin Hannah den großen Gefühlen und Gesten treu. Dass sie dabei bisweilen die Grenze zum …

„Jean Batten, Pilotin“ von Fiona Kidman

Die 30er Jahre waren eine aufregende Zeit für die sich langsam entwickelnde Flugfahrtszene. Ständig wurde neue Strecken- und Dauerrekorde gemeldet, die von der Bevölkerung mit großem Interesse verfolgt wurden. Neben den tollkühnen Männern in ihren fliegenden Kisten gab es auch einige wagemutige Frauen, die sich bestärkt durch den Beginn der Frauenbewegung und den neuen Rechten der Frauen dem Abenteuer der Fliegerei verschrieben. Bei uns sind vor allem die Amerikanerinnen Amy Johnson, die 1930 als erste Frau alleine von England nach Australien flog, und Amelia Earhart, die 1928 als erste Frau den Atlantik überquerte, bekannt. Aber auch die Neuseeländerin Jean Batten, die 1936 als erste Frau von England nach Neuseeland flog und wegen ihrer glamourösen Auftritte als „Garbo der Lüfte“ galt, gehört zweifellos zu den Heldinnen jener goldenen Jahre der Fluggeschichte. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin Fiona Kidman hat die Lebensgeschichte ihrer Landsmännin, nach der heute das internationale Terminal des Flughafens in Auckland benannt ist, nun in einem biografischen Roman aufgearbeitet. Schon die Gestaltung dieses Taschenbuchs macht deutlich, dass man einen besonderen Schatz in Händen hält. Angefangen …

„Ehre“ von Elif Shafak

In der Facebook-Gruppe „ARD Buffet liest“ fragte Karla Paul vor kurzem nach Büchern, die dabei helfen, die jüngsten politischen Ereignisse und Entwicklungen in der Türkei zu verstehen. Dabei fiel mir ein, dass bereits seit Anfang des Jahres ein hierzu passendes Buch ungelesen in meinem Regal steht. Zwar ist „Ehre“ ein klassischer Mehrgenerationenroman, der die Geschichte und Politik der Türkei nur am Rande beleuchtet. Das beschriebene Schicksal einer kurdischen Familie beleuchtet jedoch die für uns meist so fremden Denkweisen und Rollenmodelle der islamischen Kultur. Die unter dem Pseudonym Elif Shafak schreibende türkische Schriftstellerin wurde 1971 in Frankreich geboren. Sie studierte internationale Beziehungen an der technischen Universität in Ankara, erhielt einen Master of Science in Gender Studies und promovierte in politische Wissenschaften mit der Arbeit An Analysis of Turkish Modernity Through Discourses of Masculinities. 1994 debütierte Elif Shafak mit einer türkischsprachigen Erzählung, der 1997 ihr erster Roman (ebenfalls in türkischer Sprache) folgte. Ihr 2006 auf englisch erschienener Roman The Bastard of Istanbul zog einen Strafgerichtsprozess in der Türkei nach sich, in dem Elif Shafak jedoch freigesprochen wurde. Dennoch steht Elif Shafak …

„In gewissen Kreisen“ von Elizabeth Harrower

Es gibt eine Menge Bücher, die gut unterhalten, fesselnd geschrieben und spannend zu lesen sind. Diese klappt man anschließend zu, denkt sich „Wow! Das war toll!“, stellt es zurück ins Regal und greift zum nächsten. Und dann gibt es Bücher, die einen regelrecht fordern, zeitweise unbequem werden und eigene Positionen sowie Konzepte neu überdenken lassen. Diese Bücher müssen „verdaut“ werden und machen es nahezu unmöglich, danach sofort zum nächsten zu greifen; manchmal verändert sich im Laufe dieses „Reifungsprozesses“ sogar unser Urteil über ein Buch noch einmal zur Gänze. „In gewissen Kreisen“ von Elizabeth Harrower ist so ein Buch. Erst mit ungefähr 2 Wochen Abstand, bin ich in der Lage, darüber eine Rezension zu verfassen. Worum geht es? Russel und Zoe Howard fehlt es an nichts. Sie wachsen behütet in einem wohlhabenden, intellektuell offenen Elternhaus auf, wo man ihnen beibringt, dass ihnen die ganze Welt offen steht. Mit den Waisen Stephen und Anna treffen sie zum ersten Mal auf ein gleichaltriges Geschwisterpaar, das weitaus weniger Glück im Leben hatte. Im Schatten der psychisch kranken Stiefmutter aufgewachsen schlagen …

„Americanah“ von Chimamanda Ngozi Adichie

Mit „Americanah“ von Chimamanda Ngozi Adichie habe ich im März endlich auch das erste Buch des ZEIT-Kanons des jungen Jahrhunderts gelesen. Als hätte ich bereits etwas geahnt, hatte ich mit als Ansporn für die wunderschöne Ausgabe der Büchergilde Gutenberg entschieden. Tatsächlich hatte ich diesen dann an manchen Stellen auch nötig, denn „Americanah“ verlangte mir einiges ab. Es ist unbequem und zehrte bisweilen an meinen Nerven. Dennoch ist Chimamanda Ngozi Adichie mit „Americanah“ ein ebenso wichtiges wie ehrliches Buch gelungen, das einen ungeschulten und authentischen Einblick gibt, was es im heutigen Amerika heißt, farbig und noch dazu eine Frau zu sein. Worum geht es? Obwohl in den USA erfolgreiche und angesehene Akademikerin kehrt Ifemelu in ihre Heimat Lagos und zu ihrer großen Liebe Obinze zurück, ohne zu wissen, ob diese tatsächlich eine zweite Chance bekommen wird. Vor mehr als 10 Jahren wanderte sie für ihr Studium aus und schaffte es, auch danach weiter Fuß zu fassen. Dennoch verließ sie ihr Heimweh nie ganz, denn in Amerika wurde sie sich auch zum ersten Mal  ihrer eigenen Hautfarbe bewusst. Immer wieder erfuhr Ifemelu, dass man ihr …

„Madame Hemingway“ von Paula McLain

Nachdem mir die Mischung aus Biografie und Roman in „Lady Africa“ so gut gefiel, habe ich nun auch Paula McLains älteren Roman „Madame Hemingway“ gelesen. Darin erzählt Hemingways erste Ehefrau über ihr Leben mit dem damals noch jungen und unbekannten Schriftsteller. Der Roman wurde erstmals 2011 in Deutschland veröffentlicht und ist damit mein erstes Buch für die #GoldenBacklist-Challenge. Worum geht es? Als Hadley den einige Jahre jüngeren Ernest Hemingway kennenlernt und heiratet, ist dieser noch unbekannt in der Literaturszene. Um den Durchbruch zu schaffen, zieht das Paar in den 20er Jahren nach Paris. Tatsächlich stellen sich erste Erfolge ein. Aber das private Glück der beiden, das mit der Geburt des ersten Kindes zunächst so perfekt erscheint, zeigt schon bald Risse. Wie fand ich… … den Einstieg? Neben dem sehr schönen Cover auf dem Schutzumschlag fiel mir als erstes das tolle Vorsatzblatt auf, das einen Stadtplan von Paris zeigt. Solche Details sind der Grund, warum auch ein eBook-Fan wie ich ab und zu zum Hardcover greift. Inhaltlich nimmt Paula McLain im Prolog ein Teil des Endes vorweg, …

„Astrid Lindgren – Ihr Leben“ von Jens Andersen

Wie so viele bin auch ich mit den Geschichten von Astrid Lindgren großgeworden. Vor allem „Pippi Langstrumpf“ und „Michel“ liebte ich sehr. Mein Vater nannte mich in Anlehnung an „Ronja“ gerne seine „kleine Räubertochter“. Manchmal glaube ich, dass diese Wahl meiner Kinderzimmerlektüre nicht ganz unschuldige daran war, dass mir heute bisweilen  eine „große Klappe“ nachgesagt wird – „im positiven Sinne“ natürlich. 😉 Lindgrens Figuren kenn ich also sehr gut. Über ihre Schöpferin wusste ich bis vor kurzem jedoch so gut wie gar nichts. Auf der Frankfurter Buchmesse wurde ich schließlich durch eine Veranstaltung auf diese neue Lindgren-Biografie aufmerksam. Bereits die kurzen Ausschnitte, die ich dort hörte, waren sehr interessant und machten mich neugierig auf das gesamte Buch. Worum geht es in dem Buch? Bei Jens Andersens „Astrid Lindgren – Ihr Leben“ handelt es sich um eine klassische Biografie. Angefangen von ihrer Kindheit auf dem schwedischen Land über ihre Ausbildung und ihre frühe, ungewollte erste Schwangerschaft bis hin zu ihren schriftstellerischen Erfolgen, ihrer Arbeit als Lektorin und ihrem Engagement für Frieden, Gerechtigkeit und Kinderrechte gibt dieses …

„Nach Hause“ von Rahel Meister

Rahel Meister ist eine Hälfte von Cluewriting.de. Dort veröffentlicht sie zusammen mit Sarah einmal in der Woche eine Kurzgeschichte, bei der bestimmte Wort („Clues“) an einem vorgegebenen Setting vertextet werden müssen. Die Ergebnisse sind manchmal aberwitzig, manchmal gruselig und manchmal schlicht albern. Aber lesenswert sind sie eigentlich immer. Deshalb bin ich auch regelmäßig Gast auf ihrer Seite. Als ich im Oktober erfuhr, dass Rahel eine Halloween-Story im Droemer-Knaur Verlag veröffentlich hatte, stand daher sofort fest, dass ich das eBook lesen musste. Worum geht es? Die Brüder Devin und Finn wurden in den Infektionskriegen zu Vollwaisen. Sie schafften es jedoch nicht nur die Zombie-Apokalypse irgendwie zu überleben, sondern erreichten sogar eine der „sicheren Zonen“. Aber die Sehnsucht nach den Eltern ist so groß, dass sie beschließen, ihr ehemaliges Elternhaus ein letztes Mal zu besuchen. Dieses Vorhaben ist jedoch riskant. Bald schon stranden sie mit ihrem Auto mitten im Wald, wo sie zunächst von einem Zombie angegriffen werden und Finn schließlich in eine Bärenfalle tritt. Zum Glück treffen die Brüder auf Michael, einen ehemaligen Arzt, der als …