Alle Artikel in: Krimi

Lieblinge/Schwächlinge im 3. Quartal 2015

Wie fängt man diese Rückblick-Beiträge bloß an?! Ich bin da ja ziemlich unkreativ. Leider. Deshalb lasse ich das diesmal einfach weg und fang direkt an. Heute möchte ich Euch meine Lieblinge und Schwächlinge des 3. Quartals 2015 vorstellen. Lieblinge Fang wir doch mal direkt mit den positiven Entdeckungen an. Eine Spitzenbewertung mit ♥♥♥♥♥ Lieblingsbuch gab es im 3. Quartal leider nicht. Aber ich habe immerhin vier Mal ♥♥♥♥♥♥ Buchtipp vergeben. „Nachtland. Die Seiten der Welt 2“ von Kai Meyer Mit einer Punktzahl von 8,6 schnitt „Nachtland. Die Seiten der Welt 2“ von Kai Meyer am bestenab. Der einfallsreiche, liebevoll gestaltete, fantasievolle und abenteuerliche zweite Teil der „Die Seiten der Welt“-Reihe begeisterte mich so sehr, dass ich mich gleich auf eine ganze Lesereise in die Bücherwelten der Jugendliteratur begeben habe. „Märzgefallene. Gereon Raths fünfter Fall“ von Volker Kutscher Nur geringfügig schlechter schnitt Volker Kutschers „Märzgefallene. Gereon Raths fünfter Fall“ ab. Ich habe ich eine Durchschnittspunktzahl von 8,2 vergeben. Ich bin ja bekanntlich ohnehin ein großer Fan dieser Krimi-Reihe, die im Berlin der 20er und 30er Jahre spielt. Der neuste …

Rezension #99: „Verschwörung. Millennium 4“ von David Lagercrantz

Als ich erfuhr, dass es eine Fortsetzung der Millennium-Reihe geben würde, war ich gleichermaßen erfreut und skeptisch. Natürlich habe ich mich auf ein Wiedersehen mit Lisbeth Salander gefreut. Dass sich aber ein anderer, mir bis dahin unbekannter Autor, an Stieg Larssons Erbe versuchen wollte, machte mich skeptisch. Würde David Lagercrantz es tatsächlich schaffen, in die Fußstapfen von Stieg Larsson zu treten? Mit „Verschwörung“ gelingt David Lagercrantz ein erstaunlicher Spagat, indem er es schafft, die Grundzüge der Reihe fortzusetzen und gleichzeitig seine eigene Handschrift einzubringen. Das Ergebnis ist ein deutlich action- und temporeicher Thriller rund um die Themen Industriespionage im digitalen Zeitalter, künstliche Intelligenz und die Allmacht der CIA. Worum geht es? Spät abends wird Mikael Blomkvist von Frans Balder, einem erfolgreichen Wissen­schaftler und Spezialist für künstliche Intelligenz, angerufen. Dieser bittet ihn um einen sofortigen Besuch. Da sich Mikael hiervon die für das Überleben von „Millennium“ dringend benötigte neue Enthüllungsstory verspricht, willigt er ein. Doch als Mikael zum Gespräch erscheint, wurde Frans Balder nur wenige Minuten zuvor vor den Augen seines behinderten Sohnes erschossen. Mikael kann …

Rezension #94: „Märzgefallene. Gereon Raths fünfter Fall“ von Volker Kutscher

Gut recherchierte Bücher über die deutsche NS-Vergangenheit gibt es genauso viele wie handwerklich solide gearbeitete Kriminalromane. Meistens sind erster zwar sehr lehrreich und anspruchsvoll aber nur mäßig unterhaltsam. Letzter sind dagegen meist sehr spannend, aber in der Regel leider auch eher trivial. Die Gereon Rath-Reihe von Volker Kutscher vereint aus beidem das Beste, nämlich Anspruch und spannende Unterhaltung. Im aktuellen fünften Band wartet auf Kriminalkommissar Gereon Rath nicht nur wieder eine neue Mordreihe, die ihn diesmal zurück ins Kriegsjahr 1917 führt. Auch der dramatische politische Umbruch des Jahres 1933 macht Charly und ihm beruflich wie privat zu schaffen. Worum geht es? Rosenmontag 1933. Als gebürtiger Rheinländer verbringt Gereon Rath die tollen Tage natürlich in der alten Heimat, wo er sich volltrunken einen außerehelichen Fehltritt erlaubt. Viel Zeit für ein schlechtes Gewissen bleibt ihm jedoch nicht, denn dann brennt in Berlin plötzlich der Reichstag, und Rath wird sofort zurück beordert. Allgemeine Urlaubssperre. Etwa zur gleichen Zeit wird am Nollendorfplatz ein Obdachloser erstochen aufgefunden. Gereon Rath erbt diesen Fall von seinen Vorgesetzten Wilhelm Böhm, der beim neuen …

Rezension #93: „Die Spur des Bienenfresser“ von Nii Parkes

Die Lesung im Weltempfänger-Salon machte mich neugierig auf dieses Buch. Daher „subbte“ es dann auch nicht lange. Leider hielt das Buch dann aber doch ganz, was ich erwartet hatte. Dass es kein klassischer Kriminalroman ist, war mir klar. Aber vor allem vom Aufbau des Buchs wurde während der Lesung ein vollkommen falscher Eindruck vermittelt. Auch das Ende fand ich etwas schwach. Pluspunkte sammelt das Buch aber für die gute Darstellung der Verhältnisse im heutigen Ghana: der Unterschied zwischen Stadt- und Landbevölkerung, die Korruption und Willkür der Staatsmacht sind gut gezeichnet. Worum geht es? In Sonokrom, irgendwo im ghanaischen Hinterland, werden nach dem Verschwinden eines Dorfbewohners menschliche Überreste gefunden. Eigentlich würde das Dorf die Angelegenheit gerne selbst regeln, aber ausgerechnet die Geliebte des Ministers machte den Fund. Deshalb wimmelt es in Sonokrom bald von Polizisten. Da diese aber nicht so richtig weiterkommt, wird Kayo – in Großbritannien ausgebildeter Forensiker – hinzugezogen. Er soll mit den westlichen Methoden der Wissenschaft nach der Wahrheit suchen und einen Bericht zum Tathergang mit handfesten Beweisen liefern. Aber die Dorfbewohner selbst …

Weltempfänger-Salon: Nii Parkes liest aus „Die Spur des Bienenfressers“

Meistens sind spontane Ideen ja die besten. Diese Erfahrung durfte ich in der letzten Woche wieder machen, als ich mich kurzfristig entschieden, den Weltempfänger Salon von Litprom im Haus des Buches in Frankfurt zu besuchen. Dort las am 03.06. Nii Ayikwei Parkes aus seinem Kriminalroman „Die Spur des Bienenfressers“ (engl. Original: „Blue Bird Tail“). Ohne Autor oder Roman zu kennen, habe ich mich einfach auf Litprom verlassen und wurde nicht enttäuscht. Bereits der Empfang im Haus des Buches war sehr sympathisch. Als würde man mir mein Ziel ansehen, wurde mir sofort der Weg zur Lesung erläutert. Dort angekommen gab es zunächst die Möglichkeit, sich bei einem Gläschen Wein und einer Laugenbrezel mit den anderen Gästen auszutauschen. Auch der britsch-ghanaische Autor Nii Parkes – die Hauptperson des Abends – war zu meiner Überraschung bereits anwesend. Vielleicht lag es am schönen Sommerwetter oder der geringen Popularität afrikanischer Autoren; jedenfalls war die Lesung nur schwach besucht. Dies erwies sich jedoch als Glücksfall, denn so entstand während der Lesung eines sehr angenehm und intime Atmosphäre, die mir sehr behagte. Spätestens als bei den einführenden …

Rezension #77: „Tote Vögel singen nicht (Flavia de Luce #6) von Alan Bradley

Mit „Tote Vögel singen nicht“ beweist Alan Bradley einmal mehr, dass er für die Flavia de Luce-Reihe vollkommen zu Recht mit dem Dagger-Award ausgezeichnet wurde. Es ist ein besonderes Highlight innerhalb einer ohnehin schon großartigen Reihe.  Alan Bradley erfüllt mir darin gleich zwei Wünsche: Man erfährt endlich mehr über Herriette und ihren Tod im Himalaya. Hauptfiguren sind zudem nicht länger statisch; sie entwickeln sich weiter.  Mit diesem Buch wird die bislang recht lose Reihe nun tatsächlich in eine größere Rahmenhandlung eingebettet. Damit stellt Alan Bradley die Weichen auch für künftige Flavia de Luce-Romane vollkommen neu.  Nach einem starken Einstieg und einer gewohnt kurzweiligen Handlung überraschen das blutige Ende und der originelle Cliffhanger. Ich bin nun so gespannt auf den 7. Band, dass ich ihn vermutlich auf Englisch werde lesen müssen, um schneller zu wissen, wie es nun weitergeht. Die bereits im letzten Band begonnene Weiterentwicklung dieser Romanreihe ist sehr gelungen. Die größere Komplexität tut der Handlung gut und erhöht die Spannung; ein rundum gelungenes Buch.  Bewertung: ♥♥♥♥♥ Lieblingsbuch! Worum geht es? Endlich kehrt Flavias Mutter Herriette …

Abgebrochen #1: (Hörbuch) „Oktoberfest“ von Christoph Scholdner

„Oktoberfest“ von Christoph Scholdner konnte mich trotz spannendem Plot nicht mitreißen. Es war nicht nur zu techniklastig, sondern auch mit wenig Spannung erzählt. Bewertung: ♥♥♥♥♥  abgebrochen Worum geht es? Am zweiten „Wies´n“-Sonntag bringen russische Terroristen das Benediktinerzelt unter ihre Kontrolle. Fast 70.000 Besucher, die sich zu diesem Zeitpunkt darin aufhalten werden zu ihren Geiseln. Nachdem ein Befreiungsversuch des Krisenstabs des Landes Bayern dramatisch fehlschlägt, schaltet sich die Bundesregierung ein. Warum habe ich es gehört? Wie schon so oft war auch dieses Hörbuch eine Empfehlung meines Freundes, der es so gut fand, dass er es gleich mehrmals hörte. Warum habe ich das Hörbuch abgebrochen? Eines vorweg: Wie Ihr wisst, fällt es mir ganz und gar nicht leicht, ein Buch bzw. Hörbuch abzubrechen. Ich bewundere jeden, der sich nicht selbst mit schlechter Lektüre geißelt. In diesem Fall aber habe ich es getan. Ich muss sagen: es ist ein befreiendes Gefühl, das jeder einmal erlebt haben sollte. Dabei verstehe ich, warum es meinen Freund so begeisterte. „Oktoberfest“ hat einen sehr spannenden Plot und ist sehr fundiert recherchiert. Leider hapert es meiner Meinung …

Rezension #69: „Die Falle“ von Melanie Raabe

Melanie Raabe beherrscht das Verwirrspiel mit dem Leser auf eine meisterliche Weise, die mich mehr als einmal an Gillian Flynn denken ließ. Durch immer neue Wendungen entsteht ein Thriller mit echtem Suchtpotential. Besonders hervorzuheben ist die ausgefeilte, fast schon poetische Sprache von Melanie Raabe, die zunächst so gar nicht zum Genre des Thrillers passen möchte, dann aber doch den ganz eigenen Charme  von „Die Falle“ ausmacht.  Ein etwas originelleres Ende hätte dem Buch meines Erachtens jedoch besser gestanden. Bewertung: ♥♥♥♥♥ Buchtipp Worum geht es? Seit mehr als 11 Jahren hat die erfolgreiche Autorin Linda Conrads ihr Haus nicht mehr verlassen. Den Grund dafür, kennen nur sie und ihre Eltern: Sie hat Angst vor dem Mörder ihrer Schwestern, den sie vor so langer Zeit am Tatort überraschte. Nun glaubt sie ihn, im Journalisten Victor Lenzen wiedererkannt zu haben und beschließt, ihm eine Falle zu stellen. Mit sich selbst als Köder. Doch wie sehr kann Linda ihrem traumatisierten Gedächtnis trauen? Warum habe ich es gelesen? Über „Die Falle“ von Melanie Raabe wurde unmittelbar nach der Veröffentlichung viel geschrieben. Fast alle …