Alle Artikel in: starke Frauen

Rezension #144: „Mit Vivienne Westwood an der Nähmaschine. Revolution auf dem Laufsteg“ von Gernot Uhl

Gernot Uhls Biografienblog „Eulengezwitscher“ ist schon seit langem ein von mir gerne und oft besuchter Blog. Wir teilen die Liebe zu außergewöhnlichen Lebensläufe. Daher war ich sofort begeistert, als ich erfuhr, dass mit der „Bibliothek der Wagemutigen“ ein paar von Gernot Uhls Texten nun als E-Book erscheinen. In seiner E-Book-Reihe erzählt Gernot Uhl von Menschen, die Geschichte machten, indem sie ihren inneren Überzeugungen folgten und so nicht selten auch einmal unbequem oder unverstanden waren. Mich faszinieren solche Lebensgeschichten, weil sie dazu inspirieren, weniger auf andere zu schauen. Vor allem außergewöhnliche weibliche Lebensentwürfe finde ich spannend. Daher habe mich als erste E-Book von Gernot Uhls „Bibliothek des Wagemutigen“ die Biografie über Vivienne Westwood vorgenommen. „Mit Vivienne Westwood an der Nähmaschine“ ist eine spannend und flüssig zu lesende Biografie über die Erfinderin des Punk-Looks. Obwohl das E-Book in einem für Biografien typischen eher nüchternen Sachbuchton geschrieben ist, überzeugten mich vor allem Gernot Uhls Beschreibungen der von Vivienne Westwood entworfenen Outfits. Diese sind so präzise und detailliert wiedergegeben, dass ich ein deutliches Bild davon vor Augen hatte, obwohl …

#Frauenlesen Challenge im März: Buchtipps zum Thema „Unabhängigkeit“

Am Weltfrauentag (8. März) startete meine #Frauenlesen Challenge. Das erste Monatsthema war – inspiriert durch den Indiebookday – „Unabhängigkeit“. Dabei habe ich es der Kreativität der Teilnehmerinnen überlassen, wie sie die Aufgabe lösen: ob es nun eine unabhängige Protagonistin, eine unabhängige Autorin, ein unabhängiger Verlag oder etwas ganz anderes sein sollte. Hier findet Ihr eine Sammlung der Titel, die die Teilnehmerinnen zum Märzthema gelesen haben: Silvia (LeckereKekse.de) hat sich „Mehr Feminismus! Ein Manifest und vier Stories“ von Chimamanda Ngozi Adichi vorgenommen. Die Autorin ist definitiv eine unabhängige Frau. Daher passt das Buch nicht nur wegen des Themas perfekt. Den Aufsatz „We should all be feminists“, der in dem von Silvia gelesenen Buch in der deutschen Übersetzung enthalten ist, finde ich sehr inspirierend und nehme ihn immer wieder gerne zur Hand. Silvias Meinung zum Buch könnt Ihr >>hier<< nachlesen. Anne-Marit (Annes Lesetagebuch) entschied sich für eine Frauenbiografie und las „Oriana Fallaci – Ein Frauenleben“ von Cristina De Stefano. Es ist die beeindruckende Biografie einer Frau, die nicht nur sehr früh erwachsen werden musste, sondern sich auch in …

Bücherjagd zum Welttag des Buchs

Heute ist Welttag des Buchs und der muss natürlich gefeiert werden. Das ist Ehrensache! Zusammen mit zwei befreundeten Bloggerinnen, die ich an dieser Stelle aus Gründen, die Ihr gleich erfahren werdet, nicht nenne, habe ich mir in diesem Jahr eine kleine Aktion überlegt: Wir laden zur ersten virtuellen Schnitzel-… ähm, nein … Bücherjagd. Der Welttag des Buchs ist es mittlerweile fast schon zur Tradition geworden, ein bisschen der eigenen Leseliebe unter die Leute zu bringen. Ich habe also mein Bücherregal nach ein paar entbehrlichen Schmackerln durchgesehen, die hoffentlich auch dem nächsten Leser oder der nächsten Leserin Freude bereiten werden. Dabei bin ich die folgenden Schätzchen gestoßen, die ich virtuell ausgesetzt habe: „Die Spionin“ von Paulo Coelho „Y“ von Jan Böttcher „Die Familie der geflügelten Tiger“ von Paula Fürstenberg Um eines der Bücher zu gewinnen, müsst Ihr wie bei einer Schnitzeljagd nur den Hinweisen folgen, die ich für Euch ausgelegt habe. So entdeckt Ihr auch noch ganz nebenbei zwei meiner Lieblingsblogs. Und jetzt geht`s endlich los: Hinweis Nr. 1 versteckt sich in meiner Rezension zu „Die …

Rezension #142: „Das Unglück anderer Leute“ von Nele Pollatschek

Es ist ein weit verbreitetes Phänomen, dass trotz aller guter Absichten und freudiger Erwartungen aus der vermeintlich besinnlichen Zeit des Jahres plötzlich ein handfester Familienstreit wird. Wenn man gleich mehrere Tage hintereinander mit den lieben Verwandten verbringt, werden aus kleinen Macken schnell ausgewachsene Probleme und man fragt sich „Wieso sind in meiner Familie eigentlich alle bekloppt?“ Wem über die Weihnachtsfeiertage genau diese Gedanken kamen, empfehle ich Das Unglück anderer Leute von Nele Pollatschek, nach dessen Lektüre – das garantiere ich – einem die eigene Familie plötzlich als die normalste der Welt vorkommt. Worum geht es? Thene ist Mitte 20, studiert in Oxford Literatur und verbringt die Semesterferien am liebsten bei ihrem Freund in Heidelberg, von wo aus sie gemeinsam in den Odenwald fahren, um den Tag auf Klappstühlen auf einer Waldlichtung zu verbringen. In dieser friedlichen Idylle gelingt es Thene, den nötigen Abstand von ihrer anstrengenden Patchwork-Familie zu finden. Nun aber steht die Abschlussfeier in Oxford an und natürlich sind ihre manipulative Mutter Astrid, die über ihren unermüdlichen Versuchen, die Welt zu retten, gerne die …

Rezension #140: „Die Spionin“ von Paulo Coelho

Paulo Coelho ist ein Autor, von dem ich bis vor kurzem noch nichts gelesen hatte, obwohl ich es mir immer wieder vorgenommen habe. Mit seinem kürzlich erschienenen Roman Die Spionin über das Leben von Mata Hari hat er nun genau meine Lesevorliebe getroffen. Und dank Vorablesen und dem Diogenes Verlag durfte ich das Buch sogar bereits vor dem offiziellen Erscheinungstermin lesen. So begleitete es mich in der letzten Woche nach Hong Kong. Warum ich Die Spionin dann in einem Rutsch durchgelesen habe und so angetan davon bin, verrate ich Euch in diesem Beitrag. Worum geht es? Paulo Coelho verleiht in Die Spionin Mata Hari eine eigene Stimme. In einem (fiktiven) Brief, den sie kurz vor ihrer Hinrichtung aus dem Gefängnis an ihren Anwalt schreibt, lässt er Mata Hari ihr Leben noch einmal revuepassieren: ihre unglückliche Ehe in Niederländisch-Ostindien, ihre Erfolge als exotische Tänzerin und wie es in den Wirren des Ersten Weltkriegs zur Anklage wegen Spionage und als Doppelagentin kam. Wie fand ich … … den Einstieg? In einem Prolog stellt Paulo Coelho dem eigentlichen …

Bücher von und über starke Frauen auf der Frankfurter Buchmesse 2016

In der vergangenen Woche war wieder einer der höchsten Feiertage meines Leserinnenjahrs: die Frankfurter Buchmesse. Neben diversen Bloggertreffen und dem ein oder anderen Verlagstermin habe ich mir in diesem Jahr besonders viel Zeit zum ausgiebigen Stöbern genommen. Mein besonders Augenmerk galt dabei natürlich wieder dem Thema starke Frauen. Dabei habe ich mich vor allem auf jene Verlage konzentriert, von denen ich noch nichts oder nicht viel gelesen habe. Drei DIN A5-Seiten mit Buchtiteln und eine ansehnliche Sammlung an gedruckten Verlagsprogrammen kamen so zusammen. Der folgende Beitrag enthält eine Sammlung meiner interessantesten Buchmesseentdeckungen. fight girl, Erika Krouse, Blumenbar Die Streetfighterin Nina Black kennt jeden noch so düsteren Winkel in Denver. Sie kämpft mit ihren Fäusten gegen Männer, die sie für leichte Beute halten und zu spät begreifen, dass sie selbst die Beute sind – und neben der Würde stiehlt sie ihnen auch gleich noch die Brieftasche. Ninas Leben ändert sich schlagartig, als eines ihrer Opfer, ein Polizist und ehemaliger Streetfighter, zu alter Form aufläuft und beides zurück will: sein Geld und seine Ehre. Auf der Suche nach …

Rezension #139: „Bluescreen“ von Dan Wells

Ich habe schon ewig kein Science-Fiction mehr gelesen. Zur Vorbereitung des Bloggertreffens von Piper auf der Frankfurter Buchmesse habe ich mir nun aber Bluescreen von Dan Wells vorgenommen. Trotz einiger inhaltlicher Ungereimtheiten hat es mich nicht mehr losgelassen. Worum geht es? Der Roman spielt im Jahr 2050 in Los Angeles. Implantate direkt im Kopf – so genannte „Djnnis“ – haben die Smartphones ersetzt und verbinden deren Träger 24 Stunden am Tag mit dem Internet. Auch Marisa und ihre Freundinnen verbringen nahezu die gesamte Zeit im Netz, wo sie Virtual Reality-Spiele spielen. Dann in der Stadt plötzlich eine neue Cyberdroge (Bluescreen) in der Stadt auf. Über einen Stick wird Bluescreen direkt auf die Djinnis der Konsumenten gespielt, wo es einen Systemabsturz bewirkt, der zur vorübergehenden Bewusstlosigkeit führt. Aber ganz so harmlos, wie es zunächst den Anschein macht, ist die Droge wohl doch nicht, denn während ihres Blackouts beginnen einige Konsumenten zu „schlafwandeln“ und bringen dabei sich selbst und andere in Gefahr. Was steckt dahinter und wie lässt es sich aufhalten? Als auch Marisas Freundin Anja betroffen ist, …

Lieblinge und Schwächlinge des 3. Quartals 2016

In den letzten drei Monaten habe ich zwar nicht besonders viel rezensiert; dafür gab es aber auch kaum schlechte Kritiken von mir. Nur ein einziges Mal enttäuschte mich ein Buch so sehr dass ich es mit ♥♥ bewertete. Leider gab es aber auch keine neuen Lieblingsbücher. Dafür konnte ich gleich vier Mal ♥♥♥♥ vergeben. Gerade einmal acht Bücher habe ich besprochen. Dies lag auch daran, dass ich mit Anna Karenina von Tolstoi und der Der Dunkle Turm-Reihe von King natürlich auch zwei wahre Großprojekte in Angriff genommen habe. Auch das Hörbuch von Der Name der Rose, zu dem es am Sonntag wahrscheinlich die Rezension geben wird, hat mich lang beschäftigt. Trotzdem ist es wieder Zeit für eine kleine Bilanz und die Krönung der Lieblinge und Schwächlinge meiner Lesereise des 3. Quartals. Schwächling Eigentlich war es ein erfolgreiches Quartal. Die schlechteste Bewertung, die ich vergeben habe, waren ♥♥ und die gab es auch nur ein einziges Mal. Von Emilienne oder die Suche nach der perfekten Frau von Anne Berest war ich ziemlich enttäuscht. Dabei hätte es so eine kluge und humorvolle Auseinandersetzung …