Alle Artikel in: Verfilmung

„Der Name der Rose“: lesen oder fernsehen (oder hören)?

Der Name der Rose von Umberto Eco ist eines jener Must-Reads, um die eigentlich kein Bücherwurm herumkommt. Aber obwohl (oder vielleicht auch gerade weil) mir die Verfilmung von Bernd Eichinger mit Sean Connery und Christian Slater in den Hauptrollen extrem gut gefällt, habe ich das Buch trotz mehrerer Versuch bislang immer wieder abgebrochen. Nun habe ich es statt des Buchs einmal mit dem Hörbuch versucht. Es gibt nur wenige Filme, die ich mir immer wieder ansehen kann, ohne dass sie ihren besonderen Reiz verlieren. Der Name der Rose ist so ein Film. Ich mag dessen düstere Atmosphäre und das genaue Bild des Mittelalters, das darin entwickelt wird. Auch dass große Teile des Films im nahen Kloster Eberbach gedreht wurden, ist irgendwie cool. Zudem fesselt mich die verworrene, mystisch angehauchte Kriminalhandlung und die teils recht skurrilen Charaktere jedes Mal aufs Neue. Und natürlich ist auch der Umstand, dass eine sagenhafte Bibliothek und ein ganz besonderes Buch eine zentrale Rolle spielen, ganz nach meinem Geschmack. Umberto Ecos Der Name der Rose spielt 1327 in einem italienischen Benediktinerkloster. Der englische Franziskanermönch …

Unpopular Opinions Book Tag

Auf Henriks Blog „Zu ende gelesen“ bin ich vor einiger Zeit über diesen interessanten Tag gestolpert. Henrik hat seinerseits niemanden nominiert, er schreibt aber, wer will könne sich gerne getaggt fühlen. Nun, das tue ich und hier sind meine Antworten: Ein beliebtes Buch, das du nicht mochtest Vollkommen unverständlich ist mir der Hype um „Die Tribute von Panem“. Ich habe das Buch im englischen Original gelesen – lange bevor es hier so richtig populär wurde. Und ja, es ist ganz nett. „Nett“. Aber eben auch nicht mehr. Ein Bedürfnis mir die beiden Folgebände auch noch zuzulegen hatte ich danach nicht. Mir war da einfach zu viel „Todesmarsch“ von Richard Bachman alias Stephen King drin. Da bleibe ich doch lieber gleich beim Original. „Reckless“ von Cornelia Funke ist ein weiteres Beispiel. So gern ich ihre „Tintenherz“-Reihe auch mag, so wenig kann ich dafür mit „Reckless“ anfangen. Die Charakterzeichnung ist einfach unterirdisch, fast schon nicht vorhanden, möchte ich behaupten. Und auch die Story bleibt sehr flach und austauschbar. Ich habe mich schrecklich gelangweilt und war kurz davor …

„Er ist wieder da“ – fernsehen oder hören?

Eigentlich sehe ich mir ja aus Prinzip keine Verfilmungen an, zu denen ich das Buch bzw. Hörbuch kenne. Aber für „Er ist wieder da“ habe ich nun doch eine Ausnahme gemacht. Dabei war ich mir lange Zeit nicht einmal sicher, ob ich mich überhaupt mit der Romanvorlage beschäftigen sollte. Von dem (gekürzten) Hörbuch war ich dann aber doch sehr angetan, wie Ihr >>hier<< nachlesen könnt. Und die Verfilmung? – Sie hat mich zumindest zum Nachdenken gebracht. Ausschlaggebend dafür, mir die Verfilmung von „Er ist wieder da“ überhaupt anzusehen, war ein Interview mit Regisseur Wnendt in der ZDF-Sendung „Aspekte“. Dort wurde beschrieben, dass der Film nicht ausschließlich geschauspielerte Szenen enthält, sondern auch improvisiertes Material und dokumentarischen Sequenzen mit authentischen Reaktion auf Hitler –Doppelgänger beinhalten. Vor allem letztere seien eigentlich in einem wesentlich geringeren Umfang geplant gewesen. Nachdem das Filmteam dann aber so verblüfft gewesen von den Reaktionen sei, habe man sich entschied, mehr dieser Szenen in den Film einzubauen. Natürlich haben sich beim Sehen dann die üblichen Effekte gezeigt, die mir in den allermeisten Fällen begegnen, …

Eine buchige Teeparty #6

Hallo Ihr lieben Büchermenschen, schön, dass Ihr wieder bei meiner kleinen Plauderrunde dabei seid. Nach dem traumhaften Wetter der letzten Tage dachte ich ja eigentlich, ich könnte Euch heute schon den ersten Eistee servieren. Aber das müssen wir wohl doch noch ein bisschen verschieben. Stattdessen gibt es heute einen leckeren chinesischen Jasmintee. Ich bevorzuge es ja, wenn die noch jungen, frisch bedampften Blätter zu kleinen Kügelchen gerollt sind. Das ist nicht ganz billig, aber superlecker. Riecht doch nur mal, was das schon allein duftet! Rezept Dazu reiche ich heute auch ein paar selbstgemachte Rhabarber-Blätterteig-Teilchen. Die sind wirklich ruckzuck gemacht und kam bis jetzt immer gut an. Schneidet eine Rolle fertigen Blätterteig in sechs ungefähr bleichgroße Rechtecke. Bestreicht die Rechtecke mit etwas Ei. Legt auf jedes Rechteck ein dünn ausgerolltes Marzipanrechteck. Es sollte etwas kleiner sein, als das aus Blätterteig. (Tipp: Da mir das ausrollen der Marzipanrohmasse auch mit Unmengen Puderzucker immer nur schlecht gelingt, nehme ich eine fertige Marzipandecke. Das ist etwas teurer, schont aber meine Nerven.) Jetzt putzt und entfädelt Ihr den Rhabarber und …

Eine buchige Teeparty #4

Hallo Ihr lieben Büchermenschen, schön, dass Ihr wieder dabei seid. Heute habe ich uns einen meiner Lieblingstees gekocht: Genmaicha von Shuyoa. Neben Sencha-Blättern enthält dieser Grüntee geröstete Reiskörner. Dadurch schmeckt er leicht nach Popkorn. Besonders lecker finde ich ihn mit einem Rosinenbrötchen. Aktion Seit Aschermittwoch sind wir ja nun in der Fastenzeit. Wer von Euch hat sich denn ein Fastenzeit gesetzt? Besonders beliebt sollen ja der Verzicht auf Alkohol (ich trinke eh kaum) und Süßigkeiten (undenkbar!). Ich habe mich in diesem Jahr sehr spontan dem Buch-Kauf-Fasten von Leckerekekse angeschlossen. In den nächsten sieben Wochen werde ich also keine Bücher kaufen, leihen oder bei Verlagen anfragen. Allerdings musste ich Ausnahmen machen: die Story Selection von Stephen King werde ich weiter verfolgen. Außerdem wird noch mein Quartalskauf bei der Büchergilde Gutenberg fällig. Neuzugänge Durchgehalten habe ich ganze vier Tage: Am Sonntag vormittag habe ich bei Audible „Deutschland – Erinnerungen einer Nation“ Neil MacGregor heruntergeladen. (Dank einer Aktion musste ich nur 2,95€ bezahlen.) Ehrlich gesagt, habe ich mir dabei gar nichts gedacht. Schließlich höre ich das Sachhörbuch für die Aktion …

Fernsehen oder Lesen? – Wenn aus Büchern Serien werden…

Die Welle der King-Verfilmungen scheint nicht abzureißen: Immer wieder liest man im Netz von Planungen zu einer Verfilmung von „Mr. Mercedes“ – vermutlich als Serie. Und auch „Der Anschlag“ wird ins Fernsehen kommen. Schon ab Mitte Februar soll 8teilige Miniserie (insgesamt ca. 9 Stunden) vom US-Videoportal Hulu gezeigt werden. Als Fan des Meisters des Horrors lösen diese Neuigkeiten bei mir zunächst einmal immer großes Entzücken aus. Aber sobald sich die erste Euphorie gelegt hatte, kommen mir auch schon die typischen Buchnerd-Zweifel: Wie nah werden sich die Serien-Adaptionen an die Buchvorlagen halten? Was wird aus meinen Lieblingscharakteren werden? Wie viel wird geändert oder gekürzt? Selbstverständlich ist mir bewusst, dass ein Film ein anderes Medium ist als ein Buch und Geschichten daher auch unterschiedlich aufbereitet werden müssen. Trotzdem stellt sich für mich jedes Mal aufs Neue die Frage: Schaue ich die Serien-Adaption oder belasse ich es dabei, das Buch gelesen zu haben? Die Versuchung der Filmindustrie, ein erfolgreiches Buch auch zu verfilmen, war nachvollziehbarer Weise schon immer sehr groß. Manchmal sind die Ergebnisse durchaus gelungen; in seltenen …

Rezension #50: (Film) „Die Karte meiner Träume“

Worum geht es? T.S. Spivet ist ein Wunderkind mit einer Leidenschaft für Kartografie und wissenschaftliche Experimente und Erfindungen. Er lebt mit seinen Eltern – einer Insektenforscherin und einem aus der Zeit gefallenen Cowboy – und seiner 14jährigen Schwester, die von einer Filmkarriere träumt, auf einer Ranch in Montana. Eines Tages erhält T.S. Spivet einen Anruf vom Smithsonian Institut , das ihm für die Erfindung eines Perpetum Mobile den anerkannten Baird-Preis verleihen möchten. T.S. macht sich daraufhin nachts heimlich als blinder Passagier in einem Güter auf dem Weg nach Washington. Doch die Reise ist lang und abenteuerlich. Und was wird das Smithsonian eigentlich dazu sagen, wenn es erfährt, dass ihr Preisträger erst 10 Jahre alt ist?