Alle Artikel in: 2 Herzchen

Rezension #141: „Das Paket“ von Sebastian Fitzek

Sebastian Fitzek ist derzeit wohl der beliebteste deutsche Thriller-Autor. Für Das Paket gewann er gleich vier Mal den Leserpreis von Lovelybooks. Fitzek wurde zudem mit dem Europäischen Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet. Bereits seit 2006 veröffentlicht er jährlich mindestens einen neuen Roman und landet damit in schöner Regelmäßigkeit auf der Spiegel Bestsellerliste. Natürlich ist auch Das Paket dabei keine Ausnahme. Wenn man sich den Aufwand anschaut, den Verlag und Autor darum machten, ist dies sicher auch kein Wunder. Allein die Aufmachung des Buchs ist sehr gelungen und originell. Sie erinnert tatsächlich an ein Paket. Auf dem „Adressaufkleber“ sind auf dem Romantitel und Autor zu finden. Zudem wurde Fitzeks 10. Buch-Jubiläum entsprechend groß angekündigt und von einigen Veranstaltungen begleitet. Das sorgte für zusätzliche Aufmerksamkeit. Leider konnte der Inhalt von Das Paket dann aber doch nicht halten, was die Präsentation versprach. Fitzek erzählt darin die Geschichte von Psychologin Emma, die durch eine Vergewaltigung, bei der ihr anschließend der Kopf rasiert wird, nicht mehr das Haus verlässt. Als der Postbote sie bittet, das Paket für einen ihr unbekannten Nachbarn …

Lieblinge und Schwächlinge des 3. Quartals 2016

In den letzten drei Monaten habe ich zwar nicht besonders viel rezensiert; dafür gab es aber auch kaum schlechte Kritiken von mir. Nur ein einziges Mal enttäuschte mich ein Buch so sehr dass ich es mit ♥♥ bewertete. Leider gab es aber auch keine neuen Lieblingsbücher. Dafür konnte ich gleich vier Mal ♥♥♥♥ vergeben. Gerade einmal acht Bücher habe ich besprochen. Dies lag auch daran, dass ich mit Anna Karenina von Tolstoi und der Der Dunkle Turm-Reihe von King natürlich auch zwei wahre Großprojekte in Angriff genommen habe. Auch das Hörbuch von Der Name der Rose, zu dem es am Sonntag wahrscheinlich die Rezension geben wird, hat mich lang beschäftigt. Trotzdem ist es wieder Zeit für eine kleine Bilanz und die Krönung der Lieblinge und Schwächlinge meiner Lesereise des 3. Quartals. Schwächling Eigentlich war es ein erfolgreiches Quartal. Die schlechteste Bewertung, die ich vergeben habe, waren ♥♥ und die gab es auch nur ein einziges Mal. Von Emilienne oder die Suche nach der perfekten Frau von Anne Berest war ich ziemlich enttäuscht. Dabei hätte es so eine kluge und humorvolle Auseinandersetzung …

Rezension #138: „Emilienne oder die Suche nach der perfekten Frau“ von Anne Berest

Spätestens seit ihrem Bestseller-Roman How to be a Parisian – Wherever you are. Liebe, Stil & Lässigkeit à la Française gilt die französische Theaterregisseurin und Autorin Anne Berest als eine der aufregendsten Frauen der französischen Kulturszene. Dennoch gingen ihre Bücher an mir bislang eher spurlos vorbei. Ihr neuster Roman Emilienne oder die Suche nach der perfekten Frau machte mich nun aber doch neugierig. Der Titel klang für mich nach einer klugen und humorvollen Auseinandersetzung mit den heute geltenden weiblichen Rollenbilder. Leider konnte mich die Umsetzung dann aber doch nicht überzeugen. Worum geht es? Für Emilienne ist ihre Nachbarin Julie ein fast übernatürliches weibliches Wesen. Sie ist nicht nur beruflich erfolgreich sondern außerdem auch eine fürsorgliche Mutter und ideale Ehefrau. Zudem ist sie sportlich, ehrenamtlich engagiert, stets perfekt gestylt, bester Laune und bestens organisiert. Dies alles sind Eigenschaften, von denen die leicht chaotische Berufsfotografin Emilienne nur träumen kann. Dass der Schein trügt, wird Emilienne erst klar, als Julie nach einem Nervenzusammenbruch in eine Klinik eingeliefert wird. Dieses Ereignis nimmt Emilienne zum Anlass, um sich für eine Fotoserie auf die Suche nach …

Lieblinge und Schwächlinge des 1. Quartals 2016

Ich habe viel gelesen bzw. gehört und nicht ganz soviel rezensiert in diesem 1. Quartal des Jahres. Aber immerhin zehn der insgesamt 25 von mir verschlungenen Bücher, Hörbücher und Kurzgeschichten habe ich auch besprochen. Zu einigen weiteren Büchern und Hörbüchern sowie der Stephen King Story Selection habe ich aber noch Beiträge geplant. Keine Angst. Lieblinge des 1. Quartals Auch wenn kein „echtes“ Lieblingsbuch mit einer Top-Bewertung von ♥♥♥♥♥ dabei war, fällt die Bilanz erstaunlich positiv aus: Ganze sieben Mal habe ich ♥♥♥♥ vergeben. „Die Sehnsucht des Vorlesers“ von Jean-Paul Didierlaurent Dieses Buch war eine echte Überraschung für mich. Schon im Herbst habe ich es von DTV und Lovelybooks unaufgefordert zugeschickt bekommen. Den Titel fand ich aber wenig ansprechend und so verschwand es erst einmal im Regal. Im Weihnachtsurlaub wollte ich es dann eigentlich nur anlesen, um zu entscheiden, ob es bleiben darf und hatte es dann innerhalb von nur 36 Stunden gelesen. „Astrid Lindgren – Ihr Leben“ von Jens Andersen Mit dieser Lindgren-Biografie bin ich in mein Themenjahr „Bücher von und über starke Frauen“ eingestiegen. Wie so viele …

Rezension #122: „AußerOrdentliche Frauen“ von Dieter Wunderlich

Als ich für meinen neuen Blogschwerpunkt nach Büchern über starke Frauen zu recherchieren begann, stieß ich schnell auf den Biograf Dieter Wunderlich. Seit 1999 trägt er in Büchern wie „EigenSinnige Frauen“, „WageMutige Frauen“ und „Unerschrockene Frauen“ spannende weibliche Lebensläufe zusammen, die sowohl Frauen als auch Männern als Vorbilder dienen können. „Genau das richtige für meinen Blog“, entschied ich. Leider konnte mich „AußerOrdentliche Frauen“ nicht ganz überzeugen. Worum geht es? In achtzehn kurzen Porträts beschreibt Dieter Wunderlich die Lebensläufe von auf den ersten Blick sehr unterschiedlichen Frauen: Mätresse Lola Montez, Tänzerin Mata Hari, Autorin Tania Blixen, Schauspielerin Marilyn Monroe und Politikerin Rosa Luxemburg sind nur einige davon. Sie alle haben jedoch eines gemeinsam: sie setzten sich über bestehenden Konventionen und Regeln ihrer Zeit hinweg und beschritten eigene Wege. Wie fand ich… …die Auswahl der porträtierten Frauen? Dieter Wunderlich trägt in „AußerOrdentliche Frauen“ ein breites Spektrum weiblicher Lebensentwürfe zusammen. Angefangen bei königlichen Mätressen über Künstlerinnen, Sängerinnen und Schauspielerinnen bis hin zu Politikerinnen und Widerstandskämpferinnen bietet dieses Buch eine sehr reizvolle Mischung der verschiedensten Frauenbiografien. Einige davon wie …

Lieblinge und Schwächlinge des 2. Halbjahres 2015

Der Januar ist schon wieder halb vorbei und endlich kann ich Euch auch meine Lieblinge und Schwächlinge des zweiten Halbjahres 2015 zeigen. Warum erst jetzt? – Weil ich erst am Sonntag das letzte in 2015 gelesene Buch rezensiert habe. Und weil es ein echtes Highlight war, wollte ich diesen Beitrag erst danach verfassen. Aber der ist er nun! Ich hoffe, Ihr findet ein paar Anregungen darin. Lieblinge des zweiten Halbjahres 2015 Drei Mal habe ich im zweiten Halbjahr 2015 eine Top-Bewertung von ♥♥♥♥♥ Lieblingsbuch vergeben. Es handelt sich um drei recht unterschiedliche Bücher vollkommen verschiedener Genre. Dennoch haben alle ihren ganz besonderen Reiz. „Lady Africa“ von Paula McLain Nachdem mich über den Sommer irgendwie nichts so richtig begeistern konnte, fand ich im Oktober mit Paula McLains „Lady Africa“ endlich wieder ein Lieblingsbuch. Auf die Autorin war ich durch Readpack.de aufmerksam geworden, wo ihr Vorgängerroman „Madame Hemingway“ sehr gelobt wurde. Beide Bücher passt auch sehr gut zu meinem neuen Blogschwerpunkt auf Büchern von und über starke Frauen. „Die Mechanik des Herzens“ von Mathias Malzieu Gleich im November fand ich ein nächstes Lieblingsbuch. „Die Mechanik …

Rezension #109: „Mädchen für alles“ von Charlotte Roche

Charlotte Roche wurde 1978 im englischen High Wycombe geboren. Als Moderatorin wurde sie u.a. mit dem Grimme-Preis und dem Bayrischen Fernsehpreis ausgezeichnet. 2008 erschien ihr erster Roman „Feuchtgebiete“, der sehr kontrovers diskutiert und zum erfolgreichsten Buch des Jahres wurde. Auch mit ihrem zweiten Roman „Schossgebete“, der 2011 erschien, weiß Charlotte Roche zu provozieren und gelangte so monatelang auf die Bestsellerliste. Beide Romane wurden zwischenzeitlich erfolgreich verfilmt. Mit „Mädchen für alles“ legt Charlotte Roche nun ihren dritten Roman vor. Auch er ist bereits seit Wochen in den Bestsellerlisten vertreten. Zu Recht? Worum geht es? Christine ist jung, verheiratet, Hausfrau und Mutter eines kleinen Mädchens. Nach außen sind sie die perfekte Familie. Hinter den Kulissen jedoch schwindet der Glanz. Christine ist gelangweilt und fühlt sich vernachlässigt. Durch Marie, ihr neues Mädchen für alles, soll Christine wieder etwas mehr Zeit für sich bekommen. Aber Marie sieht auch verdammt gut aus. Dies bleibt auch Christines Ehemann nicht verborgen. Christine aber weiß sich zu wehren und beginnt selbst, mit Marie zu flirten. Die scheint zu weitaus mehr bereit zu sein, …

Rezension #79: „Raubfischen“ von Matthias Jügler

Bücher sollten mich entweder durch den Inhalt bzw. die Handlung oder durch die Sprache überzeugen. Im günstigsten Fall trifft gleich beides zu. Dann verstärken sich diese Aspekte gegenseitig, so dass ein besonders runder Eindruck entsteht. Ein solches Buch zu lesen, ist ein wahrer Genuss. Im ungünstigsten Fall fehlt es an beidem. Das sind die Bücher, die ich entweder erst gar nicht lese oder abbreche. Und dann wären da noch jene besonders traurigen Fälle, in denen der eine Aspekt den anderen gar behindert. „Raubfischen“ von Matthias Jügler ist ein solches Buch, bei dem es die Sprache nicht schafft, den Inhalt zu transportieren, sondern zu diesem teilweise sogar im Widerspruch steht. Worum geht es? Ausgerechnet an seinem 16. Geburtstag erfährt Daniel, dessen Welt ohnehin schon ziemlich aus den Fugen ist, dass sein geliebter Großvater, mit dem er so viele Sommer beim Raubfischen in Schweden verbrachte, an ALS leidet. Hilflos muss er zusammen mit seiner Mutter und Großmutter zu sehen, wie der Körper des Großvaters nach und nach lebenswichtige Funktionen aufgibt. Als er schließlich weder sprechen noch schlucken …